Der gelernte Schreiner fand schon in jungen
Jahren, auf soziale Probleme aus eigener Erfahrung gestoßen, den
Weg zur Gewerkschaft und Sozialdemokratie. Als Mitarbeiter von
Karl Hugel und
Friedrich Puchta
führte er den politischen Kampf für soziale Gerechtigkeit ab
1904 als Schriftführer und von 1909 - 1911 als Vorsitzender des
SPD-Ortsvereines. Als Arbeitersekretär fur Oberfranken vertrat er
die Anliegen der Arbeitnehmer mit Elan und bemerkenswertem Mut. Mit
diesen Eigenschaften zog er 1911 in den Stadtrat, dem er mit
Unterbrechung durch Kriegsdienst bis 1933 angehörte. Als
profilierter Sozialdemokrat, aber auch den Gesamtinteressen
verpflichtet, erwarb er sich große Anerkennung und Verdienste.
Dass er leidenschaftlicher, unerschrockener Demokrat war, bewiesen
seine harten Auseinandersetzungen mit dem Wortführer der Nazis,
dem späteren Gauleiter
Hans Schemm, der
nicht nur das scharfe Wort, sondern auch die harten Fäuste des
gelernten Schreiners zu spüren und fürchten bekam. So war es
zu erwarten, dass sich die Nazis nach der Machtübernahme an Seeser
rächen und alles unternehmen würden, um ihn zu demütigen
und auszuschalten. Er verlor seine Ämter, wurde mit seinen
Söhnen Otto und
Karl inhaftiert und
nach seiner Haftentlassung derartig verfolgt, daß er sein Leben
nur noch auf kärglichste Weise fristen konnte.

1945 setzte der amerikanische Militärgouverneur den erprobten,
erfahrenen Demokraten als Bürgermeister der Stadt Bayreuth ein.
Zusammen mit dem ersten Oberbürgermeister der Nachkriegszeit.
Dr. Kauper, und nach dessen Unfalltod mit Oberbürgermeister
Dr. Meyer
war er mit großer Hingabe bemüht, das vom Krieg hinterlassene
Chaos zu ordnen Als Sozialreferent, zuständig für das
Fürsorge-, Stiftungs-, Gewerbe-, Ernährungs- und Wohnungsamt
sowie das Krankenhaus, realisierte der Sozialdemokrat Adam Seeser
Gerechtigkeitssinn, Hilfsbereitschaft und Fürsorge für die
vielen Bedürftigen, die auf seine Hilfe rechnen konnten. Er zeigte
auch in seinem Eintreten für Mitläufer des Naziregimes bei
Spruchkammerverhandlungen menschliche Größe, die seine
Gegner in der Vergangenheit ihm gegenüber hatten vermissen lassen.
Bei den ersten Stadtratswahlen nach dem Krieg im Jahre 1946 zog er als
Listenführer der SPD, der stärksten Fraktion. in den Stadtrat
ein und wurde einstimmig zum 2. Bürgermeister wählt. 1948
verzichtete er aus Altersgründen auf eine Wiederwahl. Auch dies
spricht für die Selbstbescheidung eines Mannes, dem es nicht um
Ehre und persönliche Vorteile, sondern immer um das Gemeinwohl
ging. Untadelige Haltung und die blütenweiße Weste des
überzeugten und überzeugenden Demokraten ließen ihn zu
einem Vorbild für seine Weggefährten und die nachfolgende
Generation werden. Die SPD Bayreuth und seine Heimatstadt sind ihm zu
dauemndem Dank und ehrendem Gedenken verpflichtet.