Adam Seeser

Er ist in die Geschichte der Bavreuther SPD eingegangen, der 1881 in Ba\reuth als Sohn eines Arbeiters geborene, nach hartem aber erfolgreichem Leben im gesegneten Alter von 77 Jahren im Jahre 1958 verstorbene, hochgeschätzte und hochverdiente 2. Bürgermeister seiner Heimatstadt, Adam Seeser.

10.10.1881 (Bayreuth) - 09.09.1958 (Bayreuth)

Quelle: 4,9,17,20

Der gelernte Schreiner fand schon in jungen Jahren, auf soziale Probleme aus eigener Erfahrung gestoßen, den Weg zur Gewerkschaft und Sozialdemokratie. Als Mitarbeiter von Karl Hugel und Friedrich Puchta führte er den politischen Kampf für soziale Gerechtigkeit ab 1904 als Schriftführer und von 1909 - 1911 als Vorsitzender des SPD-Ortsvereines. Als Arbeitersekretär fur Oberfranken vertrat er die Anliegen der Arbeitnehmer mit Elan und bemerkenswertem Mut. Mit diesen Eigenschaften zog er 1911 in den Stadtrat, dem er mit Unterbrechung durch Kriegsdienst bis 1933 angehörte. Als profilierter Sozialdemokrat, aber auch den Gesamtinteressen verpflichtet, erwarb er sich große Anerkennung und Verdienste. Dass er leidenschaftlicher, unerschrockener Demokrat war, bewiesen seine harten Auseinandersetzungen mit dem Wortführer der Nazis, dem späteren Gauleiter Hans Schemm, der nicht nur das scharfe Wort, sondern auch die harten Fäuste des gelernten Schreiners zu spüren und fürchten bekam. So war es zu erwarten, dass sich die Nazis nach der Machtübernahme an Seeser rächen und alles unternehmen würden, um ihn zu demütigen und auszuschalten. Er verlor seine Ämter, wurde mit seinen Söhnen Otto und Karl inhaftiert und nach seiner Haftentlassung derartig verfolgt, daß er sein Leben nur noch auf  kärglichste Weise fristen konnte.

1945 setzte der amerikanische Militärgouverneur den erprobten, erfahrenen Demokraten als Bürgermeister der Stadt Bayreuth ein. Zusammen mit dem ersten Oberbürgermeister der Nachkriegszeit. Dr. Kauper, und nach dessen Unfalltod mit Oberbürgermeister Dr. Meyer war er mit großer Hingabe bemüht, das vom Krieg hinterlassene Chaos zu ordnen Als Sozialreferent, zuständig für das Fürsorge-, Stiftungs-, Gewerbe-, Ernährungs- und Wohnungsamt sowie das Krankenhaus, realisierte der Sozialdemokrat Adam Seeser Gerechtigkeitssinn, Hilfsbereitschaft und Fürsorge für die vielen Bedürftigen, die auf seine Hilfe rechnen konnten. Er zeigte auch in seinem Eintreten für Mitläufer des Naziregimes bei Spruchkammerverhandlungen menschliche Größe, die seine Gegner in der Vergangenheit ihm gegenüber hatten vermissen lassen.

Bei den ersten Stadtratswahlen nach dem Krieg im Jahre 1946 zog er als Listenführer der SPD, der stärksten Fraktion. in den Stadtrat ein und wurde einstimmig zum 2. Bürgermeister wählt. 1948 verzichtete er aus Altersgründen auf eine Wiederwahl. Auch dies spricht für die Selbstbescheidung eines Mannes, dem es nicht um Ehre und persönliche Vorteile, sondern immer um das Gemeinwohl ging. Untadelige Haltung und die blütenweiße Weste des überzeugten und überzeugenden Demokraten ließen ihn zu einem Vorbild für seine Weggefährten und die nachfolgende Generation werden. Die SPD Bayreuth und seine Heimatstadt sind ihm zu dauemndem Dank und ehrendem Gedenken verpflichtet.

Quelle: 65