![]() |
| * 26.04.1833 (Helmbrechts)
† 25.11.1893 (Bayreuth) |
Johann Carl Wölfel wurde am 26. April 1833 als
Sohn des Maurermeisters Heinrich Martin Wölfel in Helmbrechts
geboren. Nach Besuch der Werktagsschule begann er 1846 eine Lehre als
Maurer, Steinhauer und Tüncher, die er 1849 abschloss. Daneben
besuchte er bis 1850 die Sonntagsschule mit überwiegend sehr guten
Zensuren. Auch seine Gesellenprüfung bestand er mit gutem Erfolg.
Seine der Lehrzeit anschließenden Wanderjahre verbrachte der
junge Handwerker bei verschiedenen Ämtern, ab 1854 bei der
Kreisbaubehörde in Bayreuth, wobei er sich vorwiegend mit der
Ausarbeitung von Entwürfen zu Staatsneubauten, Kirchen und Schulen
beschäftigte. Sein Wanderbuch enthält die Angabe, Wölfel
habe bei der Königlichen Obersten Baubehörde in München
die Prüfung als Bewerber um eine Maurermeisterkonzession mit "sehr
gut befähigt" abgelegt; die Meisterkonzession wurde ihm daher 1856
zugestanden.
Am 16. Dezember 1856 ersuchte der "Civilarchitekt Carl Wölfel"
den Bayreuther Magistrat um eine Konzession, sich in Bayreuth als Maurermeister
niederzulassen. Einwürfe seiner Gewerbegenosssen, die in seiner Zulassung
Nahrungsbeeinträchtigungen befürchteten, wurden vom Magistrat
zurückgewiesen.
Bereits Anfang der 1860er Jahre baute Wölfel auf eigene Rechnung
Häuser in der Dammallee, am Rennweg (heutige Richard-Wagner-Straße)
und in der Tunnelstraße. In der Dammallee entstand somit ein regelrechtes
Ensemble aus Bauten mit verschiedener Zweckbestimmung; neben Fabrikanlagen
und modernen Villen standen auch einfachere Wohnhäuser. In einer der
Villen konnte Richard Wagner seine erste Bayreuther Wohnung finden.
In der alten Ziegelei - heute Meyernberger Str. 1 - stellten seine
Söhne Carl und Christian Wölfel ab 1870 die Ziegel her, die
er zum Bauen brauchte. Die Ziegelei war bis 1971 in Betrieb. Heute
dient sie als Wohnhaus für den Ur- Ur- Enkel Sandy Wolfrum.
Richard Wagners Wohnhaus in der Dammallee von 1872-74, erbaut von Carl
WöIfel
Aber auch das spätere, dauerhafte Domizil der Familie Wagner, die Villa Wahnfried am Hofgarten und das Festspielhaus wurden von Carl Wölfel erbaut.
Die späteren Bauten Wölfels sollten das Stadtbild Bayreuths entscheidend verändern. Auf der sogenannten Herrenwiese entstand in den 90er Jahren im Bereich der heutigen Opern- und Wölfelstraße und des Luitpoldplatzes ein völlig neues, damals modernes Geschäftsviertel mit Schaufensterfronten. Aber auch Industriebauten wurden bei Wölfel in Auftrag gegeben, so erstellte er den Hochbau der Neuen Baumwollspinnerei.
Nach seinem Tod 1893 setzten seine Söhne seine Planungen fort und errichteten den repräsentativen Bau der Königlichen Filialbank, in dem heute die Bayerische Oberforstdirektion untergebracht ist.