| * 1815 † 1898 |
Fotograf
Unter den in Bayreuth ansässigen
Künstlern hat als erster der Maler Conrad Thiem die neue
Technik der Daguerreotypie verwendet. 1845 hatte er sich nach seinem
Studium in München wieder in seiner Heimatstadt Bayreuth
niedergelassen. Schon 1846 annoncierte er:
,,Daguerrisch-photographische
Portraits von 4 bis 7 Zoll Größe, gut fixiert, fertigt C.
Thiem, Maler, wohnhaft bei Herrn Banquieur Schwabacher, parterre.“
Auch die Kombination von Malerei und Fotografie bot Thiem in seiner Anzeige an:
,,Auf
Verlangen übertrage ich die Portraits in jeder beliebigen
Größe, durch eigene Vorrichtungen, getreu in Öl,
Pastell, Aquarell, Miniatur etc." (Bayreuther Zeitung, Sept. 1846)
Thiem
war Porträtmaler und ein typischer Vertreter des späten
Biedermeiers, wie die von ihm erhaltenen Bilder zeigen. Bei ihm
ließ sich das honorige Bayreuther Bürgertum malen und -
falls obige Annonce Erfolg hatte - auch fotografieren. In den 1850er
Jahren beschäftigte er als Fotogehilfen Johann Anton Selig,
der sich später selbständig machte. Conrad Thiem behielt
jedoch stets die Malerei als Hauptbetätigungsfeld bei. Die
Fotografie scheint in seiner Laufbahn nur eine Episode gewesen zu sein,
bzw. als Hilfsmittel für die Porträtmalerei gedient zu haben
Quelle: 26