Daniela Senta Thode von Bülow


* 12.10.1860 (Berlin)
† 28.07.1940 (Bayreuth)
Am 13. Februar bekam auch Daniela Thode einen Ehrenbürgerbrief von der Stadt Bayreuth überreicht. Der Brief lautete ähnlich wie der von Frau Winifried Wagner. Nur am Ende heißt es:
"... [Die Stadt Bayreuth] bittet daher Frau Daniela Thode, die der Stadt schon so viele Beweise treuer Verbundenheit gegeben hat, das Ehrenbürgerrecht entgegenzunehmen.
Bayreuth, den 15. 2. 1933
Der Stadtrat Preu"

Daniela Thode wurde am 12. Oktober 1860 in Berlin als älteste Tochter Cosima und Hans von Bülows geboren. Sie war "von Kindheit an verbunden mit den Kämpfen ihres Vaters für Richard Wagner". Als sie sieben Jahre alt war, scheiterte die Ehe ihrer Eltern. Sie erlebte die Loslösung ihrer Mutter von Hans von Bülow und die Wiederverheiratung mit Richard Wagner. Sie kam mit ihrer Mutter nach Triebschen, und Richard Wagner nahm sie wie ein eigenes Kind auf. Als dann die Familie nach Bayreuth übersiedelte, betreute Daniela hier die jüngeren Geschwister, besonders an Siegfried schloss sie sich sehr an. Die Konflikte der Erwachsenen, die aus Trennung und Wiederverheiratung entstanden waren, blieben ihr verborgen. Ihr fiel die Vermittlerrolle zu, die Aufgabe, die freundschaftliche und "geistige Verbindung zwischen Bülow und der Familie Wagner aufrechtzuhalten.

Daniela Thode war eine ausgezeichnete Pianistin; aber auch auf literarischem und kunstgeschichtlichem Gebiet kannte sie sich vorzüglich aus. Viele Aufsätze von ihr wurden veröffentlicht und in zahlreichen Vorträgen sprach sie über das Werk ihres Stiefvaters.

1882 heiratete sie den Kunstgelehrten und Schriftsteller Professor Henry Thode. Er war der Sohn eines amerikanischen Konsuls. Henry Thodes Vater war der Inhaber einer der größten Banken Dresdens. Auf einer Reise nach Italien, die der Kunstgeschichte dieses Landes gewidmet war, lernte Thode Richard Wagner in Venedig kennen und trat so mit Daniela in Verbindung. Das Ehepaar verlebte nach der Hochzeit glückliche Zeiten am Garda- und am Comersee. Sein Haus in Frankfurt war Mittelpunkt des geistigen Lebens, da auch Daniela mit Enthusiasmus an den Studien ihres Mannes teilnahm. Aber bald folgte die Entfremdung Danielas von ihrem Mann. Nach der Scheidung 1915 Kehrte Daniela nach Bayreuth zurück, während ihr Mann sich wieder verheiratete.

Von nun an übernahm sie mehrere Tätigkeiten, die sie ausfüllen sollten. Sie betreute ihren Großvater Liszt in Rom; im Festspielhaus war sie für das Kostümwesen verantwortlich und sie gab die gesammelten Briefe ihres Vaters von Bülow an Richard Wagner heraus. An der nationalsozialistischen Bewegung nahm sie vom ersten Tag an teil. Sie wurde Mitglied der NSDAP und Trägerin des Ehrenzeichens der NSDAP.

Am 28. Juli 1940 verstarb die innerlich oft "zerrissene Frau, die im Wesen ganz und gar ihrem Vater Bülow glich, in Bayreuth.


Das Grab von Daniela Thode und Gilbert Gravina
auf dem Bayreuther Stadtfriedhof

Quelle: 5, 31