Am 13. Februar bekam auch Daniela Thode einen
Ehrenbürgerbrief von der Stadt Bayreuth überreicht. Der Brief
lautete ähnlich wie der von Frau
Winifried Wagner. Nur am Ende
heißt es:
"... [Die Stadt Bayreuth] bittet daher Frau Daniela Thode, die der
Stadt schon so viele Beweise treuer Verbundenheit gegeben hat, das
Ehrenbürgerrecht entgegenzunehmen.
Bayreuth, den 15. 2. 1933
Der Stadtrat
Preu"
Daniela Thode wurde am 12. Oktober 1860 in Berlin als älteste
Tochter
Cosima und
Hans von Bülows geboren. Sie war "von Kindheit
an verbunden mit den Kämpfen ihres Vaters für Richard
Wagner". Als sie sieben Jahre alt war, scheiterte die Ehe ihrer Eltern.
Sie erlebte die Loslösung ihrer Mutter von Hans von Bülow und
die Wiederverheiratung mit
Richard Wagner. Sie kam mit ihrer Mutter
nach Triebschen, und Richard Wagner nahm sie wie ein eigenes Kind auf.
Als dann die Familie nach Bayreuth übersiedelte, betreute Daniela
hier die jüngeren Geschwister, besonders an Siegfried schloss sie
sich sehr an. Die Konflikte der Erwachsenen, die aus Trennung und
Wiederverheiratung entstanden waren, blieben ihr verborgen. Ihr fiel
die Vermittlerrolle zu, die Aufgabe, die freundschaftliche und
"geistige Verbindung zwischen Bülow und der Familie Wagner
aufrechtzuhalten.
Daniela Thode war eine ausgezeichnete Pianistin; aber auch auf
literarischem und kunstgeschichtlichem Gebiet kannte sie sich
vorzüglich aus. Viele Aufsätze von ihr wurden
veröffentlicht und in zahlreichen Vorträgen sprach sie
über das Werk ihres Stiefvaters.
1882 heiratete sie den Kunstgelehrten und Schriftsteller
Professor
Henry Thode. Er war der Sohn eines amerikanischen Konsuls. Henry Thodes
Vater war der Inhaber einer der größten Banken Dresdens. Auf
einer Reise nach Italien, die der Kunstgeschichte dieses Landes
gewidmet war, lernte Thode Richard Wagner in Venedig kennen und trat so
mit Daniela in Verbindung. Das Ehepaar verlebte nach der Hochzeit
glückliche Zeiten am Garda- und am Comersee. Sein Haus in
Frankfurt war Mittelpunkt des geistigen Lebens, da auch Daniela mit
Enthusiasmus an den Studien ihres Mannes teilnahm. Aber bald folgte die
Entfremdung Danielas von ihrem Mann. Nach der Scheidung 1915 Kehrte
Daniela nach Bayreuth zurück, während ihr Mann sich wieder
verheiratete.
Von nun an übernahm sie mehrere Tätigkeiten, die sie
ausfüllen sollten. Sie betreute ihren Großvater Liszt in
Rom; im Festspielhaus war sie für das Kostümwesen
verantwortlich und sie gab die gesammelten Briefe ihres Vaters von
Bülow an Richard Wagner heraus. An der nationalsozialistischen
Bewegung nahm sie vom ersten Tag an teil. Sie wurde Mitglied der NSDAP
und Trägerin des Ehrenzeichens der NSDAP.
Am 28. Juli 1940 verstarb die innerlich oft "zerrissene Frau, die im
Wesen ganz und gar ihrem Vater Bülow glich, in Bayreuth.

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Das Grab von Daniela Thode und Gilbert Gravina
auf dem Bayreuther Stadtfriedhof
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