Carl Friedrich Glasenapp

* 03.10.1847 (Riga)
† 14.04.1915 (Riga)

unten:
Heinrich von Stein,
Cal Friedrich Glasenapp
und Hans von Wolzogen
 

war Germanist, Schriftsteller und Wagnerforscher, Verfasser der großen Lebensbeschreibung Richard Wagners, "deren Gründlichkeit vor allem darin besteht, alle unangenehmen Fakten gründlich zu unterschlagen", Pflegevater von Helena Wallem und Ehrenbürger von Bayreuth. Seine wertvolle Bücherei befindet sich in der Richard-Wagner-Gedenkstätte im Neuen Schloß.

Er studierte an der Universität Dorpat klassische Philologie, Kunstgeschichte und vergleichende Sprachwissenschaft und wurde Gymnasiallehrer in Pernau, 1875 Oberlehrer für deutsche Sprache und Literatur in Riga. 1898-1912 war er Dozent für deutsche Sprache und Literatur am dortigen Polytechnikum und wurde 1912 zum russischen Staatsrat ernannt. Glasenapp trat als Musikschriftsteller und Wagner-Forscher hervor.

Er gehörte zu einem Kreis fanatischer Wagner-Jünglinge mit folgenden wesentlichen Merkmalen:


In einem "Offenen Brief" (um 1905) von Glasenapp und Mitstreitern gegen eine geplante Parsifal-Aufführung in Amsterdam heißt es: "... so werden Sie schließlich die Gefühle und Empfindungen eines dem Ihrigen blutsverwandten Volkes achten müssen, das in Richard Wagner einen seiner größten Söhne verehrt und das Andenken an ihn, wie die Pflege seines Namens und seiner wahrhaften, ganzen und unteilbaren Kunst, wie etwas Heiliges und als eine der ersten und vornemesen nationalen Pflichten betrachtet" (Zelinsky, Richard Wagner).

Nach dem Tod Wagners schrieb Glasenapp am 29.04.1883 an Ludwig Schemann: "Aber nun sollten wir uns sagen, dass es eben unsere Aufgabe ist, als wahre Apostel und Evangelisten eines neuen Bundes und als lebendige Zeugen das von uns Erschaute weiter zu überliefern." So ist es kein Wunder, dass Glasenapp vom Haus Wahnfried allen Ernstes für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde.


Quelle: 2,3,20,28,37,75