Adolf Hühnlein


* 12.09.1881 (Neustädtlein)
† 18.06.1942 (München)

Korpsführer des NSKK

Die "Drei Tage Mittelgebirgsfront" durch die Bayerische Ostmark ging am 26. Juni 1937 zu Ende. Das zu erreichende Ziel war die Gauhauptstadt Bayreuth. Einen Tag später, am Sonntag, den 27. Juni, nahm Adolf Hühnlein, der Korpsführer des NS-Kraftfahrkorps, in der Ludwig-Siebert-Halle die Siegerehrung vor.
Welche Stimmung an den Tagen in Bayreuth herrschte, beschrieb das "Bayreuther Tagblatt" so:

"Die Bevölkerung der Bayerischen Ostmark und der Gaustadt Bayreuth dankt es ihm [Adolf Hühnlein] in herzlicher Freude, dass er diese große nationalsozialistische Leistungsprüfung in unserem herrlichen Grenzgau durchführt. Es ist selbstverständlich, dass Bayreuth dieser Freude und Dankbarkeit durch reiche Beflaggung seiner Häuser und durch gastliche Aufnahme aller Fahrtteilnehmer sichtbaren Ausdruck gibt..."

Nach der Preisverteilung ergreift der Gauleiter Wächtler das Wort. Er führt aus, dass die Gaustadt Bayreuth durch diese "Drei Tage Mittelgebirgsfahrt" besonders ausgezeichnet worden sei, und dass dieses Ereignis für die Stadt Bayreuth Veranlassung sei, dem Korpsführer Hühnlein zu danken und ihn die Ernennung zum Ehrenbürger von Bayreuth zu überreichen.

Bürgermeister Keller übergab daraufhin Adolf Hühnlein eine Schatulle aus Birkenholz, in der sich eine polierte Granitplatte aus "ostmärkischem Granit" befand, auf der folgende Worte eingraviert waren:


"Juni 1937
Adolf Hühnlein
dem Schöpfer und Führer des NSKK
dem Sohne der Bayerischen Ostmark
verleiht die Stadt Bayreuth
das Ehrenbürgerrecht"

Adolf Hühnlein wurde am 12. September 1881 in Neustädtlein geboren. Nach seiner Schulzeit in Bayreuth besuchte er die bayerische Kriegsakademie und wurde Leutnant in einem bayerischen Pionierbataillon. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war Hühnlein Hauptmann und Adjutant der Inspektion des bayerischen Ingenieurkorps in München. Nach 1919 wurde er Kompanieführer, dann erster Generalstabsoffizier im Freikorps Epp. Nach der "Einnahme Münchens" und der Niederwerfung linksgerichteter Gruppen im Ruhrgebiet, trat er in die neugegründete Reichswehr ein. Als Major nahm er dann im Herbst 1923 seinen Abschied aus der Reichswehr. Seine Teilnahme am "Marsch auf die Feldherrnhalle" am 9. November 1923 führte zu einer fünfmonatigen Untersuchungshaft in Stadelheim und Landsberg. Nach seiner Freilassung trat Hühnlein in die oberste SA-Führung ein.

1925 berief ihn die NSDAP zu ihrem Quartiermeister. 1927 avancierte er zum Chef des Kraftfahrwesens der SA. Als solcher gründete er 1930 die SA-Motortrupps, das NS-Automobilkorps und 1931 das NS-Kraftfahrkorps (NSKK).

Im Juni 1933 wurde Hühnlein in seiner Eigenschaft als Obergruppenführer und Chef des Kraftfahrwesens der SA mit der Neugestaltung des gesamten deutschen Kraftfahrwesens betraut. Im August des gleichen Jahres wurde er außerdem in den Verwaltungsrat der Reichsautobahnen berufen. Im September 1935 erfolgte die Gleichschaltung aller Kraftfahrverbände. Auf Hühnleins Geheiß wurden alle kleineren Clubs beseitigt (zum Beispiel der ADAC). Bestehen blieben nur das NSKK und der "Deutsche Automobilclub (DDAC).

Am 1. September 1934 wurde das NSKK mit der Motor-SA zu der Einheit "Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps" zusammengefasst,und Adolf Hühnlein zum Chef des gesamten Kraftfahrwesens als neue selbstständige Gliederung, neben SA und SS ernannt.

Im 2. Weltkrieg war Hühnlein Beauftragter für den motorisierten Transport der Kriegswirtschaft und er schuf die "NSKK Verkehrskompanien" als Nachschubdienst.

Adolf Hühnlein, der mit Paula Daumling, der Tochter eines Kaufmanns in Bayreuth, verheiratet war, verstarb am 18. Juni 1942 in München.

Quelle: 3,31