Die "Drei Tage Mittelgebirgsfront" durch die
Bayerische Ostmark ging am 26. Juni 1937 zu Ende. Das zu erreichende
Ziel war die Gauhauptstadt Bayreuth. Einen Tag später, am Sonntag,
den 27. Juni, nahm Adolf Hühnlein, der Korpsführer des
NS-Kraftfahrkorps, in der
Ludwig-Siebert-Halle die Siegerehrung vor.
Welche Stimmung an den Tagen in Bayreuth herrschte, beschrieb das "Bayreuther Tagblatt" so:
"Die Bevölkerung der Bayerischen Ostmark und der Gaustadt Bayreuth
dankt es ihm [Adolf Hühnlein] in herzlicher Freude, dass er diese
große nationalsozialistische Leistungsprüfung in unserem
herrlichen Grenzgau durchführt. Es ist selbstverständlich,
dass Bayreuth dieser Freude und Dankbarkeit durch reiche Beflaggung
seiner Häuser und durch gastliche Aufnahme aller Fahrtteilnehmer
sichtbaren Ausdruck gibt..."
Nach der Preisverteilung ergreift der Gauleiter
Wächtler
das Wort. Er führt aus, dass die Gaustadt Bayreuth durch diese
"Drei Tage Mittelgebirgsfahrt" besonders ausgezeichnet worden sei, und
dass dieses Ereignis für die Stadt Bayreuth Veranlassung sei, dem
Korpsführer Hühnlein zu danken und ihn die Ernennung zum
Ehrenbürger von Bayreuth zu überreichen.
Bürgermeister Keller übergab daraufhin Adolf Hühnlein
eine Schatulle aus Birkenholz, in der sich eine polierte Granitplatte
aus "ostmärkischem Granit" befand, auf der folgende Worte
eingraviert waren:
Adolf Hühnlein wurde am 12. September 1881 in
Neustädtlein geboren. Nach seiner Schulzeit in Bayreuth besuchte
er die bayerische Kriegsakademie und wurde Leutnant in einem
bayerischen Pionierbataillon. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war
Hühnlein Hauptmann und Adjutant der Inspektion des bayerischen
Ingenieurkorps in München. Nach 1919 wurde er Kompanieführer,
dann erster Generalstabsoffizier im Freikorps Epp. Nach der "Einnahme
Münchens" und der Niederwerfung linksgerichteter Gruppen im
Ruhrgebiet, trat er in die neugegründete Reichswehr ein. Als Major
nahm er dann im Herbst 1923 seinen Abschied aus der Reichswehr. Seine
Teilnahme am "Marsch auf die Feldherrnhalle" am 9. November 1923
führte zu einer fünfmonatigen Untersuchungshaft in Stadelheim
und Landsberg. Nach seiner Freilassung trat Hühnlein in die
oberste SA-Führung ein.
1925 berief ihn die NSDAP zu ihrem Quartiermeister. 1927 avancierte er
zum Chef des Kraftfahrwesens der SA. Als solcher gründete er 1930
die SA-Motortrupps, das NS-Automobilkorps und 1931 das
NS-Kraftfahrkorps (NSKK).
Im Juni 1933 wurde Hühnlein in seiner Eigenschaft als
Obergruppenführer und Chef des Kraftfahrwesens der SA mit der
Neugestaltung des gesamten deutschen Kraftfahrwesens betraut. Im August
des gleichen Jahres wurde er außerdem in den Verwaltungsrat der
Reichsautobahnen berufen. Im September 1935 erfolgte die
Gleichschaltung aller Kraftfahrverbände. Auf Hühnleins
Geheiß wurden alle kleineren Clubs beseitigt (zum Beispiel der
ADAC). Bestehen blieben nur das NSKK und der "Deutsche Automobilclub
(DDAC).
Am 1. September 1934 wurde das NSKK mit der Motor-SA zu der Einheit
"Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps" zusammengefasst,und Adolf
Hühnlein zum Chef des gesamten Kraftfahrwesens als neue
selbstständige Gliederung, neben SA und SS ernannt.
Im 2. Weltkrieg war Hühnlein Beauftragter für den
motorisierten Transport der Kriegswirtschaft und er schuf die "NSKK
Verkehrskompanien" als Nachschubdienst.
Adolf Hühnlein, der mit Paula Daumling, der Tochter eines
Kaufmanns in Bayreuth, verheiratet war, verstarb am 18. Juni 1942 in
München.