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† 27.09.1925 (Neustrelitz) (Fotografie um 1890) |
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| Humperdinck mit seiner Gattin bei den Festspielen |
Humperdinck übersiedelte Anfang 1881 nach Bayreuth, um als Wagners
Assistent die Partitur des »Parsifal« zu kopieren. Nach dieser Abschrift
wurde später, nach Wagners Tode, die Druckausgabe der Partitur hergestellt.
Auch an den Vorbereitungen zur Uraufführung des »Parsifal« war Humperdinck
beteiligt, und als sich während der Proben die Verwandlungsmusik im
1. Akt als zu kurz erwies, beauftragte Wagner ihn, eine Verlängerung
zu komponieren, die dann allerdings nicht zur Aufführung kam, da man
das Problem durch eine Veränderung in der Inszenierung löste.
Als Komponist gehörte Humperdinck zu jenen, die die Last des Wagnerschen
Erbes in besonderem Maße zu spüren bekamen, weil sie allzusehr
der Sphäre Wagners und Bayreuths verhaftet waren.
Humperdincks Bopparder Jahre waren
nicht frei von Krankheitssorgen. Schwer traf die Familie der Tod des
Töchterchens Olga (1899). Allzu oft wohl auch wurde das ruhige Gleichmaß durch
unvermeidbare Kunstreisen (auch in ferne Länder) unterbrochen. Doch hat
Engelbert Humperdinck in seinem Bopparder "Schlösschen" auch längere Phasen
ruhigen Arbeitens und stillen Genießens gekannt. Was ihm auf einsamen, meist
frühmorgendlichen Wanderungen an Melodien zuströmte, das hat der "poesievolle
Tonpoet des deutschen Waldes" (Walter Niemann) in seinem "Bopparder Skizzenbuch"
notiert. Sie leben fort in späteren Schöpfungen. Gerne aber wanderte er auch,
munter plaudernd, mit seiner Familie, mit Freunden und Zunftgenossen, die sich -
als willkommene Sommergäste - zahlreich im "Schlösschen" einfanden. Anregend und
heiter waren die abendlichen Gespräche bei Bowle und Wein. An einigen Schöpfungen entstanden
damals neben der Kompositionsskizze zur Komischen Oper "Die Heirat wider
Willen", der Konzertfassung der "Königskinder"-Ouvertüre und einigen Liedern als
größeres Werk die "Maurische Rhapsodie".
Das turmgekrönte, in beherrschender Hanglage im Landhausstil am Fuße des
Bopparder Kreuzberges erbaute Schlösschen entstand Ende der siebziger Jahre des
vorigen Jahrhunderts. Erster Besitzer und Erbauer war der Kölner Otto Verhagen. Später gehörte
das herrschaftliche Gebäude unter anderem Prinz Erich-Hermann zu Waldeck-Pyrmont
(Hannover), ehe es dann von Julius Seyffardt an Engelbert Humperdinck verkauft
wurde. Es blieb im Besitz der Humperdincks vom Frühjahr 1897 bis 1911, diente
allerdings von 1901 an dem Künstler lediglich als Sommerresidenz. Unter anderem
komponierte er hier 1898 die "Maurische Rhapsodie" und Teile der Oper "Die
Heirat wider Willen". 1908-1909 ließ E. Humperdinck sein geliebtes Schlößchen
als Refugium für die Komponisten der Märchenoper "Königskinder" herrichten. Am
28. Dezember 1910 an der Metropolitan Opera in New York uraufgeführt, sollte sie
sein zweiter großer Welterfolg werden. 1911 ging das Humperdinck-Schlößchen für
gut 60 000 Mark an den Holländer Karl-Wilhelm Layken. Von 1928 bis 1941 besaß
das Haus Engelbert Humperdincks Sohn Wolfram. Dieser schrieb über das Haus und
über seinen Vater. "Als Naturfreund widmete sich mein Vater mit großer Liebe der
Verschönerung und Vergrößerung des Gartens. Bald nach unserem Einzug kaufte er
den oberen Teil des Grundstückes dazu, den man heute hinter dem Haus, von einer
Mauer gestützt, findet. Damals war dieser "Obergarten" noch ein einfacher
Kartoffelacker mit einigen Bäumen. Um daraus einen schönen Ziergarten zu machen,
setzt sich mein Vater in das Türmchen auf dem Dach des Hauses, von wo er das
Grundstück gut übersehen konnte, und entwarf auf dem Papier die zukünftige
Gestaltung des Gartens." Im Humperdinck-Schlößchen, heute von mehreren jungen Mietern bewohnt,
tagt neuerdings die im Oktober 1991 gegründete Engelbert
Humperdinck-Gesellschaft e.V. Der ehemals liebevoll gestaltete Ziergarten ist
zum Teil in Baugrundstücke aufgeteilt worden.
"Suse, liebe Suse, was raschelt im
Stroh", "Brüderlein, komm tanz mit mir" oder "Abends will ich schlafen gehen" -
wir verdanken Engelbert Humperdinck reizende Lieder aus gemütvollen
Märchenopern. In Boppard am Rhein lebte und arbeitete der Komponist für mehrere
Jahre. Grund genug für einige Humperdinck-Begeisterte, die Engelbert
Humperdinck-Gesellschaft e.V. ins Leben zu rufen. Der Gründungstag war der 2.
Oktober 1991 anläßlich eines Vortrages der Enkelin, Dr. Eva Humperdinck, im
alten Rathaussaal der Stadt Boppard. Die Gesellschaft möchte das kulturelle
Erbe, das Leben, Wirken und Schaffen des bedeutenden spätromantischen
Komponisten bewahren, insbesondere im Hinblick auf seine Bopparder Jahre. Die
Gesellschaft wird geführt von vier Vorstandsmitgliedern: Werner Treichel (1.
Vorsitzender), Peter Bast (2. Vorsitzender), Sabine Naujack (Schriftführer),
Trude Bast (Schatzmeister), Rüdiger Polster u. Werner Mitzscherlich
(Beirat)Bühnenwerke
Hänsel und Gretel Märchenspiel 3 Bilder
Adelheid Wette
23. Dez.
1893 Hoftheater Weimar
Die Heirat wider Willen
14. April 1905 Hofoper
Berlin
Königskinder
28. Dez. 1910 Metropalitan Oper New
York