| * 18.01.1738 (Bayreuth) † nach 1799 |
Kunstschreiner und Ebenist, Stiefbruder von Johann Friedrich Spindler, mit dem er 1764 nach Potsdam geht, seit etwa 1779 in Berlin. J.F. lernte vermutlich bei seinem Vater Johann Spindler, H.W. wohl bei seinem um elf Jahre älteren Bruder J. F.; beide vervollkommneten sich zweifellos durch den Besuch der Bayreuther Friedrichsakademie. Die ebenda entstandenen Arbeiten an furnierten Möbeln im Neuen Schloss und in der Eremitage dürfen zumeist dem J.F. zugeteilt werden, die Vertäfelung des Zedernsaals im Neuen Schloss ist vielleicht von demselben, ebenso das Kabinett mit Marketerie in Schloss Fantaisie; die prachtvollen Türen mit Muschelwerkaufsätzen im westlichen Eckzimmer des Alten Schlosses (Kurfürstenbau) sind wahrscheinlich schon vor 1753 entstanden. In der Residenz Ansbach zwei hervorragend gearbeitete Kommoden mit Würfelmarketerie und sehr reich vergoldeten Bronzebeschlägen. - Auch in Potsdam arbeiteten die beiden 1799 bei getrennten Werkstätten noch tätigen Brüder besonders im Anfang vielfach gemeinsam, so 1766/73 laut C. F. Foerster an den Vertäfelungen der Neuen Kammern in Sanssouei und wohl auch im Neuen Palais ebenda. Infolge größter Gleichartigkeit sind ihre kunstvollen Erzeugnisse nur sehr schwer voneinander zu scheiden, falls sie nicht urkundlich gesichert sind wie für J. F. im Neuen Palais ein großer Schreibtisch von Rosenholz, an dem selbdritt sieben Monate gearbeitet wurde bei einem Kostenbetrag von mehr als 800 Talern oder in den unteren Roten Kammern ein weiterer Schreibtisch für über 1700 Taler mit zwei Kommoden, ferner zwei Uhrgehäuse zu 1500 und 1700 Talern. Die mit Früchten, Ornamenten und antiken Köpfen eingelegte Vertäfelung zweier Zimmer in den Neuen Kammern erforderte mehr als 5000 Taler für die bei den Brüder.
1767 bezog Heinrich Wilhelm 600 Taler für eine mit Blumenwerk ausgelegte Ebenholzkommode mit Bronzebeschlägen im Neuen Palais und fertigt urkundlich gesichert, "eines der berühmtesten Potsdamer Möbel, die prachtvolle Schildpattkommode, mit in Perlmutter eingelegten Blumengewinden, Musikemblemen, Vögeln und versilberten Bronzen" im Arbeitszimmer Friedrich des Großen, um nur einige ihrer in den preußischen Königsschlössern erhaltenen kostbaren Arbeiten zu nennen ( s. auch Foerster in TB 31/383 und Kreisel, Fränk. Rokokomöbel).