Jeff Maisel

* 1968 (Bayreuth)

Schon mit 29 Jahren wurde Jeff Maisel Geschäftsführer der Brauerei Maisel in Bayreuth. Die wichtigsten Stationen bis dahin: 1968 In der Wagnerstadt geboren, nach der Bundeswehr drei Semester Studium in Charleston, fünf Jahre In Weihenstephan. Das Praktikum machte der Diplom-Ingenieur für Brauwesen und Getränketechnologie bei Bitburger.

  1. Wie beginnt für Sie ein guter Tag?
    Geweckt werden von Sonnenstrahlen und genügend Zeit haben für ein ausgedehntes Frühstück mit der Family.
  2. Sind Sie eitel?
    Meine Freunde würden einen Leserbrief in die Zeitung setzen, wenn ich jetzt „nein“ sagen würde...
  3. Was bringt Sie auf die Palme?
    Privat: Wenn zum Mittagessen Zwetschgenknödel versprochen sind, es dann aber etwas anderes gibt. Allgemein: Menschen, die nur alles mies reden und Veränderungen nur negativ sehen.
  4. Was nervt Sie bei sich selbst? 
    Meine Ungeduld.
  5. Ihr Hausmittel gegen Frust?
    Früher: eine Tafel weiße Schokolade. Heute: joggen, mit dem Hund spielen und danach ein gut eingeschenktes, kaltes Bier.
  6. Was ist Ihr wahrer Luxus?
    Gesundheit und genügend Zeit für Familie, Freunde - und viel Lachen!
  7. Wie sportlich gehen Sie durchs Leben?
    Ich spiele nach wie vor aktiv Fußball beim SC Kreuz Bayreuth. Außerdem hält mich mein Hund auf Trab.
  8. Schwimmen Sie gerne gegen den Strom?
    Ich bin kein Rebell, aber wenn ich von etwas überzeugt bin, dann mache ich es gern auf „meine Weisse“.
  9. Ihr schmerzlichster Sieg?
    Meine Diplomarbeit, mit deren Abschluss meine Studienjahre leider endgültig vorbei waren.
  10. Ihre schönste Niederlage?
    Gibt es sowas?
  11. Ihre liebste Sünde?
    Nachts Nutella aus dem Glas löffeln.
  12. Passen Männer und Frauen wirklich zusammen?
    Ja, natürlich! Gegensätze ziehen sich an und sorgen für das Prickeln im Leben. Trotzdem ist zum Beispiel ein Urlaub unter Männern sehr entspannend.
  13. Wo steckt eigentlich das Kindliche In Ihnen?
    Kindern sagt man nach, dass sie sehr ehrlich sind. Trotz aller Arbeit habe ich mir eine gewisse Aufrichtigkeit und Spontaneität erhalten. Mein positives Denken ermöglicht mir, auch in ernsten Situationen das Leben leichter zu nehmen.
  14. Wofür sind Sie wirklich dankbar?
    Gesundheit, Familie, Frau und Freunde.
  15. WeIchen Traum haben Sie nie verwirklicht?
    Ich wollte als Kind schon immer in einer Boeing 747 Erster Klasse nach Hawaii fliegen und einen Drink in der Kuppelbar zu mir nehmen.
  16. Was ist für Sie Erfolg?
    Wenn man ein gestecktes Ziel aus eigener Kraft mit fairen Mitteln erreicht.
  17. Wer ist für Sie ein Held?
    Ein Mensch, der immer an andere denkt und es schafft, auch in schlimmsten Zeiten das Positive zu sehen.
  18. Was bedeutet für Sie Geld?
    Sicherheit und das beruhigende Gefühl, sich vieles leisten zu können. Geld ist aber nicht der Schlüssel zu wahrem Glück und wahrer Zufriedenheit.
  19. Welches Buch und welche Musik empfehlen Sie gerne weiter?
    Buch: Der Medicus (beschreibt spannend die Mühsal des Mittelalters, aber auch den Spaß am Leben und die Freude an gutem Essen und Trinken). CD: Jimmy Buffett (fröhlicher und sonniger kann Musik für mich nicht sein — Erinnerungen an die Studienzeit in den USA).
  20. Das wichtigste Ereignis ihres Lebens?
    Die Anerkennung und Zustimmung meines Vaters zu meiner Arbeit.
  21. Wie halten Sie es mit der Religion?
    Ich bin gläubig erzogen und glaube auch an Gott. Die Kirche spielt dabei für mich eine untergeordnete Rolle.
  22. Was kommt nach dem Tod?
    Die Spannung des Lebens liegt darin, nicht zu wissen, was nach dem Tod kommt. Meine Meinung dazu schwankt je nach Lebenssituation.
  23. Wie alt möchten Sie werden?
    Es liegt nicht an mir, diese Frage zu beantworten. Ich liebe das Leben.
  24. Was fehlt Ihnen zum Glück?
    Ich bin unglaublich dankbar, dass es mir und meiner Familie so gut geht. Mehr zu fordern, wäre undankbar.
  25. Ihre Lebensphilosophie? 
    Ueber Veränderungen aktiv begleiten, als selber verändert werden. "Always look on the bright side of life!“


Quelle: NBK vom 27.08.2005


Brauerei Gebr. Maisel, Bayreuth

Gegründet 1887, ist die Brauerei Gebrüder Maisel auch heute noch eine Familienbrauerei mit Jeff Maisel und seinem Cousin Andreas an der Spitze.
Sie zählt als Hersteller von Bierspezialitäten zu den bedeutendsten Weissbier-Brauereien und ist nationaler Marktführer im Segment Diätbier.
Der Vertrieb erfolgt in ganz Deutschland über den Getränkefachgroßhandel und über Partnerbrauereien.

Brauerei
Gebr. Maisel KG
Hindenburgstraße 9
D-95445 Bayreuth
Telefon: (09 21) 40 1-0
Telefax: (09 21) 40 1-206
E-Mail:
brauerei@maisel.com
Homepage: http://www.maisel.com

Quelle: http://www.deutsche-brau-kooperation.de/pages/maisel.asp


Folgendes Interview und die Bilder sind aus der Stadtzeitschrift "Mohr" Nr. 13 vom Januar 2007:

Kennen Sie Jeff Maisel? Der Chef der Brauerei Maisel ist einer zum Anfassen. Er bewegt sich in Bayreuth, lässt sich überall mal blicken und ist ein absolut lockerer Zeitgenosse. Er zeigte uns das authentische an der Brauerei und an sich. Getreu dem Motto der Maisel-Brauerei - Machs auf deine Wiesse, anders als die anderen aber angenehm überraschend - nahm er sich die Zeit für ein Gespräch mit uns und plauderte über sich und die Brauerei.

MOHR: Wurde ihnen schon als Kind bewusst gemacht, dass sie später einmal die Geschäftsführung der Traditions-brauerei überhaupt leiten werden?

Jeff Maisel: Dieses Thema wurde von seitens meines Vaters Oscar nie angesprochen. Ab der Gymnasiumsschulzeit musste ich immer in den Ferien in der Brauerei arbeiten. Das waren Sachen wie alte Mauern abreißen, Zelte aufbauen und Bier ausfahren. Das war für mich eher Ieidvoll. Ich habe aber nie einen Druck verspürt und wurde auch in meinem Denken nicht beeinflusst. Schulisch habe ich auch den wirtschaftlichen Zweig gewählt und nicht den mathematisch-naturwissenschaftlichen, der für die Brauerlehre notwendiger wäre. Nach und nach bin ich so in die Sache hineingewachsen. Nach drei Semestern Studium in den USA war für mich klar, nachdem ich so viel Gutes von meinen Eltern bekommen habe, mein weiterführendes Studium in Weihenstephan durchzuziehen und danach mal zu schauen, was ich hier bewegen kann.

MOHR: Wann und wie war für Sie der Einstieg hier?

Jeff Maisel: Das war vor etwa 10 Jahren zusammen mit meinem Cousin Andreas Maisel. Im Jahr 1996 habe ich in der Technik begonnen. Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich meinem Vater gesagt habe, dass ich hier verantwortlich sein möchte. Ab diesem Zeitraum zog sich mein Vater mehr zurück und lies mir mehr Freiräume.
Selber war er immer mein härtester Mitbewerber. Er hat aber meine Entscheidungen akzeptiert und stand auch konsequent hinter mir. Da zolle ich höchsten Respekt an meinen Vater für diese Handlungsweise. So konnten wir auch die Nachfolge reibungslos im Unternehmen durchführen. Dadurch haben wir auch alle mit eingebunden. Ob nun ehemalige Mitarbeiter, das damalige Kernteam und auch neue Mitarbeiter. So führte mein Weg über die Technik und Verwaltung zu meinem jetzigen Posten als Geschäftsführer für Verwaltung und den Brauereibetrieb. Herr Boerger ist als weiterer Geschäftsführer für den Vertrieb verantwortlich. Herr Müller als Geschäftsleiter der Verwaltung und Herr Rutzenhöfer als Geschäftsleiter Marketing machen die Mannschaft komplett. Wir bilden sozusagen das heutige Kernteam der Brauerei Maisel und versuchen zusammen Bäume herauszu reißen.

MOHR:    Wie viele Mitarbeiter beschäftigt derzeit die Brauerei? Wie viele Azubis stellen Sie jährlich ein?

Jeff Maisel: Wir beschäftigen derzeit 160 Mitarbeiter. Konstant haben wir zwischen 10-12 Azubis. Jährlich stellen wir zwischen 5-10 neue Auszubildende ein. Wir bilden aus zum Industriekaufmann, zum Mechatroniker und zum Brauer und Mälzer.

MOHR:    Die Brauerei wird nun in der 4. Generation geleitet. Wächst bereits eine 5. Generation heran?

Jeff Maisel: Andreas Maisel hat schon zwei Kinder. Meine Schwester hat auch schon drei Kinder. Ich habe noch keine Kinder aber dafür einen Hund. (lacht)

MOHR: Sie haben amerikanische Wurzeln. Setzen Sie oder versuchen Sie etwas von ihrer amerikanischen Mentalität in der Brauerei umzusetzen?

Jeff Maisel: Meine Eltern haben mich intellektuell geprägt. Das versucht man natürlich umzusetzen. In Amerika habe ich viel kennen gelernt, welche Möglichkeiten sich für einen ergeben, wenn man etwas erreichen will. Man muss jedoch mit einer gewissen Konsequenz daraufhin arbeiten. Viele Freundschaften sind in dieser Zeit entstanden. Viele kommen auch heute eigens zu unserem Weissbierfest. Auch zu meiner Hochzeit sind viele aus den USA angereist. Wir haben uns zu schätzen gelernt. Solche Erfahrungen kann man auch in den Betrieb mit ein-bringen. Es ist bei uns freundschaftlicher und familiärer als in einem Konzern.
Wir sind ein Familienbetrieb. Ich und mein Cousin heißen Maisel, die Leute können sich mit uns identifizieren und so vermitteln wir das authentische und dynamische was uns auszeichnet. Ich sehe halt nicht aus wie ein typischer Brauereichef (-) Machs auf deine Weisse, angenehm überraschend anders.
Arbeitsplatzsicherung und der Spaß an der Arbeit ist unsere Zielsetzung.

MOHR:    Haben Sie vor auf den Bier-misch-Markt, wie es bereits viele andere Mitbewerber tun, einzusteigen? Vielleicht ein Weißbier-Mix???

Jeff Maisel: Es ist sicherlich interessant. Doch diese Brauereien investieren auch zwischen 15 und 20 Mio. EURO in das Marketing. Wir würden uns aber als mittelständische Brauerei darin zu sehr verzetteln. Wir bleiben beim Weißbier und versuchen dies trendy darzustellen. Zur Zeit haben wir ein neues Projekt - und zwar den WeissbierCocktailMix. Überraschend gut und individuell für unsere Gastronomen. Man sieht es an unseren Weissbiergläsern - mit Effekten und Innovationen wollen wir unser Weißbier mehr in den Vordergrund stellen.

MOHR Welche Biersorte trinken Sie selber gerne?

Jeff Maisel: Ich trinke auch gerne ein gutes Landbier. In der Fränkischen Schweiz oder auch hier in Bayreuth. Dennoch sind die Geschmacksnerven eingebrannt und am liebsten trinke ich unser Weißbier.

MOHR: Die Brauerei Maisel Ist eine private Brauerei. ist es als private Brauerei schwieriger auf dem Markt als für Mitbewerber, die in einem Konzern Integriert sind?

Jeff Maisel: Es ist differenziert zu sehen. Wir alle wollen die globalisierte Welt wenn es um die schönen Dinge geht. Man kann ja auch beim Mc Donalds schnell essen gehen oder in ein gutes Restaurant. Wir sind froh wenn man die Biere überall in der Welt genießen kann. Auf der anderen Seite braucht man natürlich auch die Sicherheit. Man sieht es daran wenn ein Electrolux Konzern schließt oder bei BenQ Siemens etwas schief läuft. Da ist man wieder heilfroh wenn man den Unternehmer vor Ort hat und weiß der steht zu seinem Produkt. So ähnlich wie es ein Claus Hipp macht. Auch wir stehen genauso dafür. Da gibt es ein schönes Beispiel: Jeder Konzern ist ein großer Stein, füllt man diese in ein Glas, so entstehen viele Zwischenräume. Genau in diesen Zwischenräumen können wir gerade mit unserem Weißbier hervorragend arbeiten. Wir gehen über ein anderes Design. Tradition und Moderne fließen bei unserem Etikett mit ein. Flexibilität, Authentizität, Schnelligkeit und auch Leistungsfähigkeit sind unsere Merkmale und zeichnen uns aus.

MOHR: Nach dem Anteilsverkauf von 35% an Veltins haben sie sich entschieden einen Rückkauf vorzunehmen und alles, sprich 100% der Firmenanteile wieder in den Familienbesitz zu bringen? Was gab den Ausschlag für diesen Rückkauf und was hatte Sie dazu bewogen Firmenanteile vorher zu verkaufen?

Jeff Maisel: Die Brauerei Maisel ist groß geworden durch das Champagner Weizen und durch viele Brauereien, die unser späteres hefehaltiges Weißbier mit in ihr Sortiment aufgenommen haben. Diese Brauereien haben aber nach und nach ihr eigenes Weizen produziert. Mitte der 90er Jahre flachte uns dies zu sehr ab und stagnierte später. Wir konnten das nicht mehr auffangen und brauchten daher eine neue Strategie. Wir wollten definitiv nicht verkaufen. So kamen wir auch auf die Familienbrauerei Veltins, eine Brauerei ohne eigenes Weißbier und genauso flexibel, authentisch, schnell und leistungsfähig wie wir. Veltins wollte hier die Mehrheit und so haben wir uns für eine Allianz mit Veltins entschieden. Es hat sehr gut funktioniert und wir konnten 2-stellige Zuwachsraten verbuchen. Im Gesellschafterkreis hat es aber verschiedene Meinungen gegeben und so gab es immer wieder Reibereien, wie denn die Ausrichtung der Marke in der Zukunft sein soll. Nach längerem hin und her und viel Rechnerei haben wir uns darauf geeinigt, unseren Anteil zurück zu kaufen. Die Vertrieibsallianz bleibt aber weiterhin bestehen. So können wir uns wieder zu 100% authentisch zeigen und unsere Au-ßendienstmitarbeiter haben wieder das typische Maiselgesicht. Herrn Huber von der Brauerei Veltins muss ich aber wirklich ein Kompliment machen. Mit ihm kann man noch mit Handshake- Agreement arbeiten. Man ist ein Unternehmer, was bedeutet etwas zu unternehmen und nicht zu unterlassen. Insgesamt kann sich aber unser Motto: Machs auf deine Weisse, einfach in einem Konzern nicht umsetzen. Das ist etwas Besonderes und wir werden so in dem Biermarkt als mittelständisches Unternehmen sehr gut leben.

MOHR: Wie sehen Sie den Biermarkt heute und wie in 10 Jahren?

Jeff Maisel: Wir werden uns die Verände-rungen der Bedürfnisse in der Zukunft ansehen. Schließlich ist es so, dass die Bevölkerung immer älter wird. Wir haben bereits jetzt einen Mehrwegkasten mit 4er — Gebinde auf den Markt gebracht. Es wird sicher noch weitergehen. Der Biermarkt wird weiter rückläufig sein. Nicht jedoch der Weissbiermarkt, gerade im Norden und Osten wird dieser noch steigen. In der Gastronomie gibt es bereits einen relativ hohen Weissbieranteil. Insgesamt sind wir mit dem Weißbier in der richtigen Nische. Der Erhalt der Biervielfalt wird von den Konsumenten in den Jahren anerkannt. Es muss aber eine Spezialität bleiben und soll auch von der Mund-zu-Mund Propaganda leben.

MOHR:    Wie sieht der Erfolg der Brauerei im Ausland aus?

Jeff Maisel: Der russische Markt ist beispielsweise für uns ganz interessant. Letzte Woche war ich erst in Moskau und auch die Aussage, dass sich dort unser Bier hervorragend verkauft ist sehr schön und man erkennt daran, dass der ausländische Markt noch viel Potenzial hat.
Anmerkung der Redaktion: Die russische Polizei wollte Jeff Maisel verhaften. Leider ist er, um sich für ein Erinnerungsfoto in Szene zu setzen, über die Absperrung vor dem Leninmausoleum getreten und wurde sofort von der russischen Polizei festgehalten. Da er keine Papiere dabei hattet, gab es einige Komplikationen. Doch mit 4 Flaschen Maisel‘s Weisse und einer Visitenkarte konnte man sich "einigen".

MOHR:    Die Brauerei Maisel fördert den Vereins- bzw. den Breitensport. Seit wann tut man dies und wie zeigt sich das?

Jeff Maisel: Den Breitensport fördern wir seit ca. 25 Jahren. Wir haben immer versucht den Vereinen im Umland gewisse Unterstützung zu bieten. Anfang der 80er Jahre strukturierten wir das Programm ,,Maisel‘s Weisse fördert Sport“. Da haben wir beispielsweise Bälle, Netze etc. gekauft.
Heute laden wir alle Vereinsvertreter regelmäßig in wechselnde Vereinsheime ein und übergeben ihnen dort Schecks über gewisse Geldbeträge. Das ist mittlerweile zu einem schönen Event herangewachsen, bei dem stets ein reger Erfahrungsaustausch herrscht.
Uns ist die gesamte Region wichtig und wir versuchen unsere Kräfte auf alle zu verteilen. Aber auch im Bayreuther Spitzensport sind wir spürbar positiv vertreten und ein tragendes Element.

MOHR: Die Brauerei besitzt das umfangreichste Biermuseum der Welt. Wie viele Gäste besuchen jährlich das Museum?

Jeff Maisel: Jährlich besuchen unser Museum im Schnitt 25.000 Menschen. Das ist ein sehr schönes Erbe und da können wir wirklich zeigen, wo wir herkommen und wie wir früher produziert haben. Ich bin sehr stolz darauf.

MOHR: jetzt wieder mehr zu ihnen. Wo trifft man Sie am häufigsten in ihrer Freizeit?

Jeff Maisel: Ich bin ambitionierter Fußballer. Trotzdem kann ich besser Bier herstellen als Fußball spielen. Ich gehe auch viel mit meinem Hund joggen. Sonst bin ich immer mal in verschiedenen In-Points in Bayreuth zu sehen. Früher war ich auch öfters in Diskotheken aber heute hat das schon nachgelassen — wäre gerne noch mal 20 Jahre alt (lacht). Für mich ist immer noch der Donnerstag der typische Weggehtag.

MOHR: Wie Ist der Rest der Familie Maisel im Betrieb integriert?

Jeff Maisel: Andreas Maisel ist Vorstand der Bayreuther Bierbrauerei und da Ansprechpartner.
Zudem kümmert er sich um den kompletten Fuhrpark. Er unterstützt mich bei Kundenbesuchen und hat den Heimatmarkt voll in seiner Hand. Auch mein Vater und mein Onkel lassen sich regelmäßig noch bei Kunden sehen und gehen sonntags im Umkreis essen. Da habe ich gar keine Chance. Da besteht der Bierbezug seit 50 oder 75 Jahren und diejenigen freuen sich mehr wenn sie meinen Vater oder Onkel sehen.

MOHR: Wie sieht ein Arbeitstag im Leben von Jeff Maisel aus?

Jeff Maisel: Also ich bin täglich um 7 Uhr da. Hauptsächlich bin ich zuständig für den gesamten Brauereibetrieb. Das schöne ist, dass ich hier sehr gute Leute habe, auf die ich mich verlassen kann. Man tauscht sich regelmäßig mit Marketing, Vertrieb und Verwaltung aus. Es ist wirklich Teamarbeit. Je nachdem wie viel Zeit man hat, lass ich mich auch im Betrieb sehen. Einfach mal durchlaufen und auf die Schulter klopfen, und Besprechungen mit der Mannschaft führen. Letztlich ist es aber immer so, dass der Tag zu wenig Stunden hat.

MOHR: Abschließend noch eine wichtige Frage, die wahrscheinlich die Meisten interessiert. Wissen Sie, welches Programm uns diesmal zum Welssbierfest 2007 erwartet?

Jeff Maisel: Es steht alles bis auf den Hauptact. Der Samstagabend ist noch in Schwebe. Donnerstag ist definitiv, einhundertprozentig, die ultimativ letzte Schaumparty. (lacht)
Am Freitag erwartet uns eine Covernight, zu der es im vornherein im Herzogkeller einen kleinen Wettbewerb gibt. So geben wir regionalen Bands die Möglichkeit, was sehr wichtig für mich ist, vor großem Publikum bei uns am Weissbierfest aufzutreten. Denn das Einzugsgebiet ist sehr groß und so verhelfen wir auch den Bands zu überregionaler Bekanntheit. Wir haben eine wirklich gute Bandszene hier und versuchen diese weiterhin zu pushen.

MOHR: Wir bedanken uns recht herzIich für ihre Zeit und das angenehme Gespräch mit ihnen. Vielen Dank und ein gesundes und erfolgreiches Jahr
2007