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| * 03.06.1845 (Hof) † 21.06.1921 (Bayreuth) (Foto: H. Brand, Bayreuth) |
Die Strunzsche Sammlung war in einem eigenen Gebäude untergebracht, das der Besitzer auf seinem an der Wolfsgasse gelegenen Grundsück zu diesem Zweck errichtet hatte. Zu der Zeit, als bereits wertvolle Teile daraus entfernt waren, war die Sammlung noch immer mit vielen sammlerischen und wissenschaftlichen Kostbarkeiten angefüllt. Da gab es, so weit ich mich erinnern kann, große fossile Fische aus dem unteren Jura von Creez, Köpfe, Kiefer und Flossenstacheln von Fischen aus dem Muschelkalk, eine Sammlung von Bern- stein mit eingeschlossenen Spinnen, Fliegen, Schnaken und Käfern, große Schädel und Skelettreste aus Jurahöhlen und wertvolle Mineralien, da stand eine Sandsteinplatte mit 50 Fährtenabdrücken einer Saurierart aus dem Gipskeuper des Maintales, die der Sammler einmal zur späten Nachtstunde selbst auf einem Wagen nach Hause gefahren hatte. Als im Jahre 1908 das große Reservoir auf der Hohen Warte gegraben wurde, ließ Strunz Wagenladungen von pflanzenführenden Tonen auf seinen Hof fahren, zum Zwecke der Fossilgewinnung, und erhielt daraus eine große Rhätpflanzensammlung.
Im Herbst des Jahres 1893 wurde dem Baumeister Strunz eines Abends mitgeteilt, dass man im Frühhaberschen Steinbruch an der alten Bernecker Straße eine auffallend große Menge Knochen beisammen gefunden hätte. Sofort legte Strunz alles Notwendige zur Bergung, Härtung und Verpackung auf einen Handwagen bereit und fuhr den nächsten Tag schon vor Morgengrauen hinaus, um das Objekt selbst nach Hause zu bringen. Nach einer halben Stunde schon war der erste Händler zur Stelle und hatte dank der Vorsicht des Sammlers das Nachsehen. Das Skelett lag ungefähr 8,5 Meter unter der Oberfläche des Berges und 6 Meter von außen entfernt. Bald bemerkte man das Fehlen des Schädels, der vielleicht gar nicht fossil erhalten war oder als erster Teil des Skelettfundes unbeachtet zerschlagen worden war. Das Durchsuchen des ganzen Steinbruches verlief ergebnislos. Im Winter ließ Strunz den gewaltigen Abraum des Betriebes von sechs Arbeitern umgraben, es war umsonst. Da kam im Frühjahr fast am gleichen Ort ein riesiger, nahezu 70 Zentimeter langer Nothosaurusschädel zum Vorschein. Ein Jahr lang präparierte Christian Strunz an den Fundstücken, und nach der wissenschaftlichen Untersuchung wurde das Skelett zu Ehren des großzügigen und opferbereiten Sammlers Nothosaurus strunzi genannt. 60 Jahre waren seit der Bergung des Nothosaurus mirabilis durch Graf Münster vcrflossen. - Leider musste man wahrnehmen, dass Schädel und Rumpf nicht zusammengehörten, dass vielmehr ein außerordentlicher Zufall die Teile eines schlanken Hochseetieres und den Schädel eines gedrungen gebauten Landnothosaurus so nah beisammen bettete und in so kurzer Frist aufdeckte. Der Schädel wurde deshalb mit dem besondernen Namen barúthicus bedacht.
Während Strunz am Anfang seiner Sammeltätigkeit meist in
Begleitung seines Bayreuther Freundes Senff die alten Münsterschen Fundplätze am
Oschenberg und Rodersberg sowie den Fundplatz des Münsterschen Flugsauriers bei
Creez aufsuchte, verlegte er sich später hauptsächlich auf das Sammeln im
Muschelkalk des Bindlacher Berges. Die Brüche auf der Westseite des Berges
lieferten die wichtigsten Saurierreste, auf der Nordseite aber wurden mehr
Fischreste gefunden. Auf dem Bindlacher Berg wurden auch sämtliche
Placodus-Schädelreste der Strunzschen Sammlung gefunden, deren erster
und größter in den 80er Jahren, der letzte im Jahre 1905 von ihm
gesammelt wurde. Auf Grund dieser und der früheren Bayreuther Funde
stellte Christian Strunz, der Sohn des Sauriersammlers, in drei
Modellen eine Rekonstruktion des Schädels von Placodus Gigas auf,
welche die günstige Beurteilung Prof. Jaeckels, des Greifswalder
Placodus-Forschers, fand. Eine Präparation von Christian Strunz konnte
damals auch einen Irrtum über das Hinterhaupt von Placodus aufklären,
welcher durch einen Schädelfund, der in Trebgast 1910 gemacht wurde,
entstanden war. Von Christian Strunzens Hand stammte auch das große
Modell des Königsees, das auf der Nürnberger Weltausstellung 1906 zu
sehen war. Die stärksten wissenschaftlichen und sammlerischen
Beziehungen pflegte das Kabinett Strunz zum Geologischen Institut in Tübingen.