Johann Gottfried von Meyern

* 01.05.1683 (Bayreuth)
† 16.10.1745 (Hannover)

ist der Sohn von Johann Simon Meyer. J.G. von Meyern war ohne Zweifel das bedeutendste Glied der Familie. Er wurde am 1. Mai 1683 in Bayreuth geboren, studierte Rechtswissenschaft in Halle und erhielt bereits mit 23 Jahren eine Professur an der Universität Gießen. 1720 kehrte er jedoch nach Bayreuth zurück und trat in die Dienste des Markgrafen Georg Wilhelm. 1726 folgte er einem Rufe des dortigen Kurfürsten nach Hannover, der zugleich König von Großbritannien war. Johann Gottfried von Meyern genoss einen ausgezeichneten Ruf als Kenner des Staats- und Völkerrechts, was Hannover in seiner damaligen politischen Lage sehr zugute kam.

1729 wurde er zum Direktor des Königlichen und Kurfürstlichen Archivs in Hannover ernannt und konnte eine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit entfalten. Hier sei nur auf sein bedeutendstes Werk hingewiesen, die Frucht jahrelanger Forschungsarbeit, nämlich auf die Geschichte der westfälischen Friedensverhandlungen betitelt: „Acta pacis Westphalicae publica“, ein gewaltiges Werk von sechs Foliobänden, zu dem noch etliche Nachträge kamen und dessen aktenmäßige Unterlagen, darunter auch Urkunden aus den Bayreuther markgräflichen Archiven, er mit großem Eifer und viel Geschick zusammengetragen hatte. Es ist heute noch das bedeutendste Quellenwerk zur Geschichte des dreißigjährigen Krieges. Bereits der erste Band erregte bei seinem Erscheinen 1734 solches Aufsehen, daß man sofort einen - freilich unberechtigten - Nachdruck in der Schweiz plante. Er kam nur deshalb nicht zustande, weil Kaiser Karl VI. den deutschen Buchhändlern dessen Verkauf von vornherein untersagte. Eine Originalausgabe in zeitgenössischen Pracht-Ledereinbänden befindet sich in der Bayreuther Stadtbücherei und zwar unter dem Restbestand der Kanzleibibiliothek. Zum Lebenslauf Johann Gottfried von Meyerns ist noch ergänzend zu bemerken, daß er 1745 ohne männliche Nachkommen starb. Sein Vetter war Johann Anton Meyer, der Vater von Johann Gottlob von Meyern, dem Namensgeber von Meyernberg.

Quelle: 20,71