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| * 30.04.1865 (Bayreuth) † 21.05.1937 (Bayreuth) |
Zu den herausragenden Pionieren der SPD in
Oberfranken, insbesondere in Bayreuth, zählte Karl Hugel. Er
entstammte dem Arbeiterstand, kannte als gelernter Schneidergeselle (und Schneidermeister) die
Nöte des einfachen Mannes seiner Zeit aus eigenem Erleben und
setzte sich bis zum Ende seines vom harten aber erfolgreichen Kampf
geprägten Lebens für die Ideen einer Demokratie auf der Basis
von sozialer Gerechtigkeit und Humanität ein.
Karl Hugel war von 1903 - 1930 Geschäftsführer der
„Fränkischen Volkstribüne“, jener Zeitung der SPD in
Bayreuth, die trotz aller Anfeindungen der Gegner aus dem
nationalliberalen Lager unbeirrbar und mutig den Kampf der
Sozialdemokratie führte, ihren Anhängern die Richtung wies
und den Rücken stärkte. (Redakteuer war ab 1903 Friedrich
Puchta.)
Karl Hugel war aber auch Repräsentant der SPD in Bayreuth in
maßgeblichen öffentlichen Gremien. Bereits 1907 wurde er zum
Gemeindebevollmächtigten, 1911 zum Magistratsrat und 1912 zum
Abgeordneten des Reichstages gewählt, dem er bis 1918
angehörte. Von 1919 - 1924 übte er das Amt des 2.
Bürgermeisters unserer Stadt aus. (Bei der Wahl am 13. Juli 1919 wurde Carl Hugel unter dem konservativen
neuen Stadtoberhaupt Albert Preu ehrenamtlicher
2. Bürgermeister.) Dass er auch Mitglied des
Kreisrates war, ist ein Beweis für das große Vertrauen in
Charakter und Leistungsfähigkeit eines Mannes, der sich aus
eigener Kraft einen weiten geistigen Horizont schuf, sich trotz aller
Widerstände bis ins hohe Alter für die Ideen der
Sozialdemokraten einsetzte und bis zum Ende seines erfolgreichen Lebens
als „Bannträger der SPD“ Dank und Wertschätzung seiner
Freunde genießen konnte.
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Das erste Verlagsgebäude der "Fränkischen Volkstribühne" in der Richard-Wagner-Straße. im Fenster rechts Carl Hugel, Geschäftsführer des Verlages und erster Reichstagsabgeordneter der SPD in Bayreuth. | |