Karl Muck

* 22.10.1859 (Darmstadt)
† 04.03.1940 (Stuttgart)
Generalmusikdirektor Karl Muck, langjähriger Dirigent der Bayreuther Festspiele, Ehrenbürger.

1926 feiert Bayreuth wieder ein Jubiläum: 50 Jahre Bayreuther Festspiele. Am 13. August 1876 fand die erste Aufführung im Festspielhaus statt.

Am 11. August 1926 tritt der Stadtrat unter der Leitung des Oberbürgermeisters Preu zusammen. Preu gedenkt in einer Rede dieser fünfzig vergangenen Jahre. Er umreißt kurz diese Epoche und dankt gleichzeitig allen Personen, die sich um das Werk Richard Wagners verdient gemacht haben, die für die Festspiele Zeit und Geld opferten und die den Ruf Bayreuths in die Welt hinaustrugen. Preu schlägt dem Stadtrat vor, mehrere Ehrungen für den 13. August zu beschließen. Unter anderem an Richard Wagners Grab einen Kranz niederzulegen und dem nach Hans Richter berühmtesten Dirigenten, Dr. Karl Muck das Ehrenbürgerrecht anzutragen:

"... Die Goldene Bürgermedaille, verbunden mit dem Ehrenbürgerrecht der Stadt Bayreuth, wird verliehen dem Herrn Generalmusikdirektor Dr. Karl Muck, zur Zeit hier, als dem großen Dirigenten aus Bayreuths größter Zeit und dem treuen Freunde des Hauses Wagner und unserer Stadt."

Dr. Karl Muck wurde am 22. Oktober 1853 als Sohn des Ministerialrates Dr. J. Muck in Darmstadt geboren. Er studierte zunächst in Heidelberg, später, ab 1877, am Konservatorium und an der Universität in Leipzig, wo er zum Dr. phil. promovierte. Schon 1880 trat er, erst 21-jährig, erfolgreich als Pianist auf, wandte sich dann aber bald der Kapellmeistertätigkeit zu. Zuerst wirkte er in Zürich, dann in Salzburg, Brünn und Graz. In all diesen Städten dirigierte er die Orchestri an der jeweiligen Oper mit sehr großem Erfolg. Während dieser Zeit leitete er auch die Symphoniekonzerte des steiermärkischen Musikvereins. Im Juli 1886, im jungen Alter von siebenundzwanzig Jahren, kam er als erster Kapellmeister an das Deutsche Theater Pag. Von hier aus machte er eine Reise als "Nibelungendirigent" durch Russland. Sein Erfolg als Dirigent der Erstaufführungen von "Cavalleria rusticana" und "Der Barbier von Bagdad" im Jahre 1891, war so groß, dass man ihn 1892 zum Hofkapellmeister in Berlin ernannte. Hier gelang es ihm, sich bald einen angesehenen Namen im Musikleben zu schaffen.

Ausgedehnte Reisen durch Frankreich, Spanien, Russland und andere Länder brachten ihm auch hier große Triumphe als Dirigent. 1908 wurde er zusammen mit Richard Strauss zum Generalmusikdirektor ernannt, nach dem 1. Weltkrieg verließ er die Berliner Oper, der er von 1892 bis 1912 angehörte und leitete von 1922 bis 1935 die philharmonischen Konzerte in Hamburg. Einmal reiste Karl Muck während dieser Zeit noch nach Berlin, um als Ehrengast der Staatsoper im April 1926 den "Ring der Nibelungen" musikalisch zu leiten.

Nach Bayreuth kam Dr. Karl Muck als Dirigent zum ersten mal im Jahre 1901, um mit Hans Richter, Felix Mottl und Siegfried Wagner die Orchesterleitung zu übernehmen. Muck wurde die musikalische Leitung des "Parsival" übertragen, der Oper Richard Wagners, mit der Muck sich immer "am innigsten verbunden fühlte". Auch nach dem Weltkrieg folgte Dr. Muck gerne dem Ruf Bayreuths. Von 1901 bis 1930 wirkte er in all den Jahren ohne Ausnahme als Orchesterleiter im "Parsival". Die Bayreuter Festspiele wurden in diesen dreißig Festspieljahren unter Mucks Leitung zu einem bestehenden Begriff in der Musikwelt. Neben dem "Parsival" dirigierte er in Bayreuth nur den "Lohengrin" im Jahre 1909 zusammen mit Siegfried Wagner und 1925 die "Meistersinger von Nürnberg".

Am 4. März 1940 ist Dr. Karl Muck im Alter von 81 Jahren in Stuttgart verstorben.

Quelle: 2,6,22,31