Dr. Christian Ritter von Langheinrich

*16.11.1870 (Bayreuth)
† 09.06.1950 (Bayreuth)
Major der Reserve Dr. Christian Ritter von Langheinrich. Justizrat, Ehrenbürger der Stadt Bayreuth seit 1916, Träger des Militär-Max-Joseph-Ordens. Angehöriger der Deutschen Volkspartei.

"Am 5. 10. 1914 sollte das II. Bataillon b. Reserve- Infanterie- Regiments 7 unter Führung des Majors Langheinrich im Verbande der 9. b. Reserve- Infanterie- Brigade gegen die Ortschaft Carency vorgehen, sie vom Feinde säubern und die Höhe südlich davon in die Hand nehmen. Die Höhe 125 wird ohne feindliche Gegenwirkung gewonnen, dort aber setzt heftiges Artilleriesperrfeuer ein, wahrend Major Langheinrich den in Kolonnen und Schützenlinien gegen die Höhe 125 vorgehenden Feind sichtet. Dem umsichtigen und tapferen Verhalten des Bataillonskommandeurs gelingt es, mit einer kleinen tapferen Schar seines Bataillons einen feindlichen Vorstoß abzuwehren und sodann, das ohne sein Verschulden dem Artilleriefeuer nach Ablain ausgewichene Bataillon, wieder fest in die Hand zu bekommen. Am 6.10.1914 als Verfügungsbataillon bestimmt, geht Major Langheinrich, trotzdem seine Kompanien fast keine 0ffiziere mehr haben, aus eigenem Entschluss dem angreifenden Feind entgegen. In einer Ausdehnung von etwa 600 m fängt er den ganzen Tag über, auch in den kritischen Augenblicken, mit schwachen Kräften den wiederholten Angriff des an Maschinengewehren und Zahl wesentlich überlegenen Gegners auf. Er hält die Höhe 124 trotz beträchtlicher Verluste bis zum Ablösungstag, dem 9.10.1914."

So werden die Verdienste des Majors Langheinrich in dem Goldenen Ehrenbuch Bayerns gewürdigt. Für sein tapferes Vorgehen und seine Standhaftigkeit wird er mit dem Bayerischen Militär-Max-Joseph-Orden und zugleich mit dem persönlichen Adel ausgezeichnet. Die Stadt Bayreuth will in der Ehrung ihres sich so tapfer geschlagenen Sohnes Christian von Langheinrich nicht nachstehen. Sie verleiht ihm 1916 anlässlich der Verleihung des Bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens, die höchste Auszeichnung, die sie an einen
ihrer Bürger vergeben kann: Das Ehrenbürgerrecht der Stadt Bayreuth.

"Der Lohn für seine Leistung war die Achtung, Anerkennung und Verehrung, die er in allen Kreisen der Bevölkerung gefunden hat. Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts war der sichtbare Ausdruck seiner hervorragenden Haltung..."

Bereits von 1889 bis 1890 diente Christian von Langheinrich als Einjähriger und Freiwilliger" im Infanterie- Leib- Regiment. Drei Jahre später wurde er im 7. Infanterie- Regiment zum Leutnant der Reserve und 1908 zum Hauptmann der Reserve ernannt. Am 10. April 1915 wurde ihm der "Charakter als Major der Reserve" verliehen. Für seine Leistungen wurde er mit dem Militärverdienstorden 4. Klasse, mit dem Eisernen Kreuz 2. und 1. Klasse ausgezeichnet und er war der dritte Reserveoffizier, der sich den höchsten bayerischen Kriegsorden, den Militär-Max-Joseph-Orden, erworben hatte. Das 2. Bataillon des 7. Reserve- Infanterie- Regiments führte er erst seit dem 4. Oktober 1914, nachdem er am 20. August 1914 als Führer der 7. Kompanie des gleichen Regiments verwundet worden war. Einen Tag später, am 5. Oktober, steht er bereits auf der Höhe 125 und schlägt sich tapfer mit dem Feind.

Major Christian Ritter von Langheinrich wurde am 16. November 1870 in Bayreuth geboren, als der Sohn einer angesehenen Bayreuther Bürgerfamilie. Nach dem Besuch des Bayreuther Gymnasiums widmete er sich in München dem Studium der Rechtswissenschaften. Er ließ sich in seiner Vaterstadt Bayreuth als Rechtsanwalt nieder und hatte bald einen hervorragenden Ruf als Rechtsvertreter. Nach dem 1. Weltkrieg gab er seine Anwaltspraxis auf, um sich in bedeutenden Wirtschaftsunternehmungen "führend und beratend" als Syndikus zu betätigen. Unter anderem war er Aufsichtsratsvorsitzender der mechanischen Baumwoll-Spinnerei und -Weberei, sowie deren Tochterunternehmungen und Mitglied des Aufsichtsrates der Rosenthal AG in Selb. Sein offener und gerader Charakter wurde oftmals gelobt. Am 9. Juni 1950 starb der Justizrat Dr. von Langheinrich in seiner Heimatstadt Bayreuth.

Quelle: 2,4,20,31,104