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| * 13.05.1856 (Bayreuth) † 29.05.1927 (Bayreuth) |
Die Bayreuther Offiziersfrau ist im Frieden wie im Krieg eine fantasievolle Wohltäterin.
Sie ist auch eine sanfte Wegbereiterin der Frauenbewegung.
Hermanna Lienhardt, geborene Kolb,
gründete auf Anregung des ersten bayersichen Frauentages in
München (1889) hier in Bayreuth den "Verein Frauenarbeit". Bis zu
ihrem Tod war sie dessen Vorsitzende. Ein Blick auf ihre Arbeit
lässt auf ein konitunierlichiches karitatives wie auch
frauenpolitisches Engagement schließen, wenngleich sie sich stets
dagegen verschloss, eventuell als extreme Frauenrechtlerin
'abgestempelt' zu werden.
Ziel ihres Vereins war, wie es damals
hieß, "die Hebung des weiblichen Geschlechts in geistiger,
sittlicher und wirtschaftlicher Beziehung" (Bayreuther Jahrbuch 1923,
S. 125). Die Arbeit des Frauenvereins begann mit der Gründung von
Abendarbeitskursen für Frauen und Mädchen des
Arbeiterstandes, um sie in der Verbesserung ihrer Lebenslage zu
unterstützen. Bis 1918 nahmen daran ca. 10.000 Frauen teil. Zu den
vielfältigen Aktivitäten, die die Bayreuther Frauen
initiierten, gehörte z.B. die Einrichtung einer Bibliothek im
Zentralschulhaus (heute Iwalewahaus, Münzgasse 9).
Auf die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister am 27.03.1900
folgte im Jahr 1902 die Eröffnung einer Kochschule sowie die
Einrichtung einer Wöchnerinnenfürsorge (1906), die es
ermöglichte, hilfsbedürftige Frauen mit Wäsche und
Nahrungsmitteln zu versorgen. Um dem Ziel des Vereins auch unter dem
Aspekt der geistigen Weiterbildung gerecht zu werden, wurden u.a. im
Jahr 1907 Sprachkurse angeboten, die über mehrere Jahre bestanden.
Da die Kochschule in der Münzgasse 9 gut besucht wurde, hoffte der
Verein, daraus eine Haushaltungsschule machen zu können, für
die schon ein Bauplatz in der heutigen Schulstraße erworben
worden war. Der Krieg verhinderte die Verwirklichung dieser Pläne.
Im Jahre 1910 errichtete der Verein ein "Brockenhaus", das
zunächst in der ehemaligen Infanteriekaserne (heute das
Kolpinghaus am Annecyplatz) untergebracht war. Dort wurde der
bedürftigen Bevölkerung mit Kleidungsstücken und
Haushaltsgegenständen geholfen.
Im Jahr 1923 wurde Frau H. Lienhardt die Silberne
Bürger-Münze der Stadt Bayreuth überreicht . Sie
verstarb im Jahr 1927.
