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| * 04.10.1825 (Bayreuth) † 08.07.1903 (Tegernsee) (Wilhelm Leibl: Appellrat Stenglein, um 1871, Öl auf Leinwand, 51 x 42 cm, Galerie der Stadt Sindelfingen - Lütze-Museum) |
Sohn von Regierungspräsident Melchior Ritter von Stenglein. Melchior (jun.) studierte Jura in Würzburg und Heidelberg. Er verheiratete sich weltlich am 19.12.1854 bzw. kirchlich am 08.02.1855 in Bayreuth mit Emma Louise Wilhelmine Heririette v. Regemann (* 22.11.1831 Aschaffenburg), Tochter des Gutsbesitzers v. Regemann Hermann Karl Friedrich Heinrich und dessen Frau Entilie Elisa, geborene Rühle v. Lilienstern. Trauzeugen waren der königlich-bayrische Staatsrat Gustav Freiherr v. Lerchenfeld und der Appellationsgerichtsassessor Max v. Enhuber.
Seine beruflichen Stationen waren: Assessor in Bayreuth (1851), Staatsanwalt in München (1854-62 und 1864-68) und Passau (1862-64), Appellationsgerichtsrat in München (1868), Advokat in München (1872-79), 1879 Reichsanwalt und ab 1888 Reichsgerichtsrat in Leipzig. Am 01.01.1898 ist er in den Ruhestand versetzt worden. In München hat er in der Amalienstraße 87/3 und in der Maximilianstraße 33/3 gelebt. Nach dem Halleschen Adressbuch wohnte er 1903 in Halle a. d. S. in der Prinzenstraße 10 (heute: Friedrich-List-Straße), seine Witwe 1904 in der Kirchnerstraße 9 und 1906 in der Magdeburger Straße 10 (Stadtarchiv Halle v. 31.01.1997). Von 1863 bis 1879 gehörte er als Abgeordneter des Wahlbezirks Kronach dem Bayerischen Landtag für die Liberale Mittelpartei (LibMiP) und von Januar 1874 bis Januar 1877 dem Deutschen Reichstag - Wahlkreis 2 Oberfranken - für die National-Liberale Partei an (Auskunft des Landtags vom 08.01.1997 und des Bundestags vom 21.02.1997). Im Landtag war er, wie die einschlägigen Akten nach einer Zusammenstellung des Landtagsamtes zeigen, speziell auf dem rechtspolitischen Gebiet eine renommierte Persönlichkeit.
DER GROSSE HERDER weist ihn als deutschen Strafrechtslehrer und Kommentator zum Strafgesetzbuch und Nebengesetzen und zur Strafprozessordnung aus. Wahrscheinlich hat er qua Amt gelehrt, weil er in den Professorenlisten von Leipzig, Jena und Halle-Wittenberg nicht auftaucht (Universitätsarchive vom 31.01.1997, 05.02.1997 und 09.09.1997). NIB: Der Fachbereich Rechtswissenschaft der Fernuniversität Hagen befasst sich intensiv mit Stengleins juristischer Tätigkeit.
"Laut Sterbeurkunde ist er am 08.07.1903 in Tegernsee im Haus des
Hofapothekers Auth Carl, der den Sterbefall angezeigt hat, in der Rosenstraße 82
(heute: 32) gestorben. Der Wohnort ist mit Halle a. d. Saale, das Bekenntnis mit
protestantischer Konfession" angegeben. Im Biographischen Jahrbuch
steht: Seine Asche ruht in Jena." Der Beweis, dass er in Jena beigesetzt
worden ist, ist nicht zu erbringen, da, wie mir das Stadtarchiv am 10.01.1997 und
die ev.-luth. Kirchengemeinde am 07.02.1997 mitgeteilt haben, in der fraglichen
Zeit der Name Stenglein weder im Totenbuch des Nordfriedhofs noch im
Urnenverzeichnis des Johannisfriedhofs auftaucht. Dass er bei seinem Ableben
"protestantischer Konfession" war, bezweifle ich; klären konnte ich es nicht.
Nicht auszuschließen ist, dass evtl. "altkatholisch" gemeint sein könnte, weil er
- ich meine, das irgendwo gelesen zu haben - dorthin tendiert haben soll."
Er war Träger des Preußischen Roten
Adlerordens 2. Klasse, des königlich-sächsischen
Albrechtordens 2. Klasse und des fürstlich-hohenzollerischen
Hausordens 3. Klasse gewesen. Drei in München geborene Kinder sind
von ihm bezeugt. Melchior Gustav und Hermann (in der Taufmatrikel von
St. Ludwig) sowie Maria.