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| * 12.11.1853 (Bad Kissingen) † 30.09.1921 (Bayreuth) |
Dichter
Einer der berühmtesten Patienten der Privatklinik von Dr. Albert Würzburger für Nervenkranke
dürfte der Dichter Oscar Panizza gewesen sein, eines "der versponnensten,
rotzigsten und prophetischsten Lästermäuler deutscher Zunge, ein
literarischer Amokläufer"
Quelle: 6,17,20
Aus der Bechreibung des Buches von Jürgen Müller: Der Pazjent ( Patient) als Psychiater. Oskar Panizzas Weg vom Irrenarzt zum Insassen:
Vom Irrenarzt, Schriftsteller und Häftling zum Antipsychiater, Verleger und
entmündigten Geisteskranken - kenntnisreich und mit vielen Detailinformationen zeichnet
diese wissenschaftliche Biografie Oskar Panizzas Lebensweg nach: Noch während seiner
Assistenzarztzeit unter Gudden, dem Leibarzt des Bayernkönigs Ludwigs II., nahm Panizza
erste Symptome einer Geisteskrankheit bei sich wahr.
Um diese zu bewältigen, wandte er sich dem Schreiben zu. Die meisten seiner Werke wurden
beschlagnahmt, aber durch die Diagnose "Paranoia" schloss man die Verantwortlichkeit an seinen
Schriften und Handlungen aus. Die Geisteskrankheit verschlimmerte sich. Panizza hatte
Täuschungen des Gehörs- und des Geruchssinns, fühlte sich vom Deutschen Kaiser
verfolgt und beeinträchtigt. Er selbst beschreibt seine Krankheitszeichen ausführlich
in Tagebucheinträgen und verfasste eine nahezu lückenlose Patientenautobiografie
aus der Sicht des ehemaligen Psychiaters. In verschiedenen Veröffentlichungen kritisierte
er die zeitgenössische Psychiatrie und kämpfte gegen Stigmatisierung und gegen eine
naturwissenschaftliche Betrachtung der Geisteskrankheit.