Staatsminister Dr. Konrad Pöhner

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* 27.07.1901 (Bayreuth)
† 24.09.1974 (Bayreuth) |
Am 27. Juli 1901 wurde Konrad Pöhner in
Bayreuth geboren; er besuchte hier die Oberrealschule und studierte
nach dem Abitur an den Universitäten Erlangen und München
sowie an der Technischen Hochschule in München. Er promovierte
1924 mit einer Dissertation über "Holzhandel und Holzindustrie
Oberfrankens in Geschichte und Gegenwart" zum Dr. rer. pol. Bereits
1923 hatte er das väterliche Geschäft übernommen, das er
in der Folgezeit organisch zu einem führenden Unternehmen für
Hoch- und Tiefbau, der heutigen Firma Eberhard Pöhner
Bauunternehmung für Hoch- und Tiefbau, in Bayreuth ausbaute.
Seit dem 1. September 1945 war Konrad Pöhner der Präsident
der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken in Bayreuth.
Bis 1948 führte er sein Amt zusammen mit dem provisorischen
Präsidialvorsitz der Handwerkskammer in Oberfranken. Am 12.
Oktober 1948 wählte ihn die Vollversammlung der Kammer zu ihrem
Präsidenten und bestätigte ihn seitdem immer wieder in seinem
Amt.
Von den bayerischen Industrie- und Handelskammern wurde Dr. Pöhner
1947 in den neu gebildeten Bayerischen Senat gewählt, dem er bis
zum Jahre 1958 - in den letzten sechs Jahren als dessen
Vizepräsident - angehörte. 1958 kandidierte Dr. Pöhner
für den Bayerischen Landtag, dessen Mitglied er seitdem war.
Bereits 1960 wurde er stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion.
Nach den Landtagswahlen von 1952 wurde er zum Staatssekretär im
Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus berufen.
Vom 1. Juli 1964 bis Ende 1970 bekleidete Dr. Pöhner das Amt des
bayerischen Staatsministers der Finanzen; im neuen Kabinett Goppel
verzichtete er freiwillig auf das Ministeramt und war seit der
Landtagswahl 1970 nur mehr der Vizepräsident des Bayerischen
Landtages.
Zu Konrad Pöhners 70. Geburtstag hatte sich eine große Zahl
von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, an der Spitze
der Bayerische Ministerpräsident Alfons Goppel und Wirtschaftsminister Anton Jaumann, eingefunden, um Dr. Pöhner
persönlich zu gratulieren. Ministerpräsident Goppel sprach
ihm die Glückwünsche der Bayerischen Staatsregierung und des
ganzen bayerischen Volkes aus und überbrachte Pöhner
gleichzeitig das vom Bundespräsidenten verliehene "Große
Verdienstkreuz mit Stern und Schulterbrand", eine der höchsten
Auszeichnungen, die die damalige BRD für Verdienste um Volk und
Staat zu vergeben hatte.
Doch trotz all dieser Aktivitäten, die Konrad Pöhner oft fern
von seiner Heimatstadt hielten, vergaß er Bayreuth nicht. Von
1946 bis 1950 war er Stadtrat und 1948/49 zweiter Bürgermeister
der Wagnerstadt.
Besonders das Markgräfliche Opernhaus lag ihm sehr am Herzen,
dessen Erhaltung er unterstützte und das als universelles Monument
der fürstlichen Residenzstadt Bayreuth dokumentierte, wie sehr Dr.
Pöhner in seinem Bewusstsein und in seinem handeln mit der
Geschichte seiner Vaterstadt verbunden war. Richard Wagner, der im
Opernhaus mit der neunten Symphonie Beethovens die Grundsteinlegung
seines Festspielhauses feierte, war ein bestimmendes Element im Leben
Konrad Pöhners. Das Werk Richard Wagners mit seinen Festspielen
hat er in allen Phasen der Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg miterlebt,
vor allem als Mitbegründer und Vorsitzender der Gesellschaft der
Freunde von Bayreuth, als deren Vertreter im Kuratorium der
öffentlichen Hand und als Vorstandsmitglied der Richard- Wagner-
Stipendienstiftung. In allen Bereichen, die die Festspiele und den
künstlerischen Nachlass Richard Wagners betrafen, war Konrad
Pöhner stets hilfreich tätig. Für die Enkel Wieland und
Wolfgang Wagner, die ihm viel verdanken, war er ein väterlicher
Freund.
Nach dem 2. Weltkrieg, als Bayreuth schwer zerstört war, widmete
er sich mit ganzer Kraft dem schnellen Wiederaufbau. Der
bürgerschaftliche Wille der Bayreuther Bevölkerung, nach dem
Krieg zu überleben und der Stadt, insbesondere ihrer Jugend, der
Dr. Pöhner immer sehr verbunden war, eine neue Zukunft aufzubauen,
wäre vergeblich gewesen, hätte es nicht Männer wie Dr.
Konrad Pöhner gegeben, die sich mit ganzer Kraft und
vorbehaltlos eingesetzt hätten, den Wohnungsbau in Gang zu setzen,
Arbeitsplätze zu schaffen, das wirtschaftliche und kulturelle
Leben zu erneuern und die stadtplanerischen Zielsetzungen zu
verwirklichen.
Die Staat Bayreuth hat Konrad Pöhner in Anerkennung "der Treue zur
Heimatstadt und seiner zahlreichen Hilfen bei der Bewältigung
kommunaler Aufgaben" den Goldenen Ehrenring und das
Ehrenbürgerrecht im Jahre 1967 verliehen.
Am 24. September 1974 verstarb Dr. Konrad Pöhner in seiner Heimatstadt Bayreuth und wurde auf dem Stadtfriedhof beigesetzt.
Quelle: 31