Bürgermeister Heinrich Popp


* 06.09.1867 (Bad Berneck)
† 28.07.1947 (Bayreuth)
Heinrich Popp wurde am 6. September 1867 in Bad Berneck als Sohn des Lehrers und Kantors Matthäus Popp una dessen Frau Sophie geboren. Im Alter von achtundzwanzig Jahren wird er am 11. Oktober 1895 zum rechtskundigen Magistrat der Stadt gewählt und tritt fünf Tage später in den Dienst der Stadt ein. 1898 wird er durch Wiederwahl in diesem Amt bestätigt. 1919 erfolgt die Wahl zum "weiteren ehrenamtlichen Bürgermeister". Im gleichen Jahr, am 18. September, wird er zum berufsmäßigen Stadtratsmitglied und im Januar 1925 zum ehrenamtlichen zweiten Bürgermeister gewählt. Am 1. Oktober 1933 tritt er in den Ruhestand.
Am 28. Juli 1933 war ihm vom Stadtrat das Ehrenbürgerrecht aus Anlass seiner fast 38-jährigen Dienstleistungen bei der Stadt Bayreuth verliehen worden. Oberbürgermeister Dr. Schlumprecht gab in der Stadtratssitzung vom 28. Juli 1933 bekannt, dass "Bürgermeister Popp mit Erreichung der Altersgrenze sein Gesuch um die Versetzung in den Ruhestand eingereicht habe."
(Links Bürgermeister Popp, Bgm. Preu in der Mitte)
Dr. Schlumprecht würdigte die hervorragenden Verdienste, die sich Bürgermeister Popp in seiner langjährigen Tätigkeit bei der Stadtverwaltung erworben hatte und beantragte auf Grund eines Ältestenratsbeschlusses,

"das Gesuch anzunehmen, Bürgermeister Popp in dankbarer Anerkennung für seine treuen Dienste, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen und ihm ferner die Berechtigung zur Führung des Titels "Ehrenamtlicher Bürgermeister" mit einem den Ruhestand bezeichnenden Zusatz zu erteilen."

Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Bürgermeister Popp dankte dem Stadtrat für die "freundlichen und gütigen Worte, die er seinem Wirken gewidmet" hatte. Es sei ihm bekannt, dass Gemeindebeamte nur sehr "schwer Lohn und Anerkennung für ihre Tätigkeit" bekommen, und er freue sich deshalb, dass "sein ehrliches und redliches Bemühen gerechte Würdigung erfahren habe". Ferner setzte er hinzu, dass er stets den Grundsatz "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" hatte und bedankte sich besonders dafür, dass er innerhalb der Stadtverwaltung "soviel Vertrauen und freundschaftliche Anhänglichkeit und Zuneigung gefunden habe". Er fuhr weiter fort:

"Es fällt mit schwer, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Bayreuth anzunehmen. Für eine so hohe Ehre sind meine Verdienste doch etwas zu gering. ... Ich nehme diese Auszeichnung mit ehrerbietigem Danke an als Anerkennung für die Lebensarbeit eines Mannes, die ich zugleich als Anerkennung für meine Mitarbeiter angesehen wissen möchte."

Am 28. Juli 1947 starb Heinrich Popp, einer jener Männer, die in schweren Jahren die Sorgen auf sich nahmen, um zum Besten der Allgemeinheit in Bayreuths Rathaus zu wirken" (Oberbürgermeister Wild).


Quelle: 20,31