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| 06.01.1680
(Bern ? / Raum Würzburg ?) - 1756 |
Im Oktober 1743 wurde Riediger in Pflicht genommen und er trat damit
in den Dienst des Markgrafen Friedrich,
der 1735 die Regierung seines Landes übernommen hatte. Riedigers Aufgabe
ist in seiner Verpflichtung ausdrücklich festgehalten: »Die
Aufnahme und Verfertigung derer Riße und Karten über das hiesige
Fürstentum, dessen Ämtern oder einiger Particular-Gegenden und
Distrikte.« Die Notwendigkeit, einen befähigten Kartographen
einzustellen, ist auf Grund verschiedener Gegebenheiten verständlich:
Der junge Fürst stand mit seiner Gemahlin am Anfang des Ausbaues
seiner Residenzstadt Bayreuth. Er benötigte dafür neue kartographische
Unterlagen. Außerdem wurde seit dem Tode Dülps das Kartenwerk
des Landes nicht mehr erneuert, sondern nur durch Einzelaufnahmen ergänzt.
Darüber hinaus existierte vom Fürstentum keine gedruckte Karte,
wie dies für andere Gebiete seit langem der Fall war. So besaß
Ansbach seit 1719 die bedeutende Vettersche Karte. Von der Grafschaft Giech
erschien im Verlage Homann im Jahre 1712 eine Gebietskarte, dekorativ,
der Repräsentation dieses kleinen Gebietes dienend und obendrein mit
vorzüglichen kartographischen Qualitäten (Abb. in unten geannter
Quelle, S. 120).
Johann Adam Riediger kam von Stuttgart nach Bayreuth und zwar in dem
Jahre, in dem auch von Stuttgart kommend - der Architekt Joseph
St. Pierre seinen Dienst antrat. Die guten Beziehungen der beiden befreundeten
Fürstenhäuser führte zu dieser personellen Bereicherung
in Bayreuth. Es kann sein, daß der junge Markgraf in Stuttgart den
im Jahre 1743 gezeichneten Stadtplan gesehen hat und auf seinen Verfasser
aufmerksam wurde. Dies war Riediger. Er war von Bern mit Beginn der Regierung
Karl Eugens 1737 an den württembergischen Hof gekommen, gab dem jungen
Herzog Unterricht in Mathematik, führte Vermessungen durch und gab
ein Seebuch mit 40 Grundrissen aus dem Herzogtum Württemberg heraus.
Johann Adam Riediger war in Bern ein hervorragender Kartograph. Seine Herkunft
ist nicht endgültig erforscht. Er soll am 6. Januar 1680 geboren sein,
nach der einen Quelle im Würzburgischen, einer anderen Nachricht zufolge
in Bern. Nach verschiedenen Angaben hatte er eine gute Erziehung, verstand
Lateinisch, Italienisch und Franzosisch, vertiefte in Frankreich seine
mathematischen Kenntnisse. Nach der Teilnahme an einem Feldzug in Ungarn
kam er 1712 nach Zürich und trat »mit Fug und Recht als Lehrer
der Mathematik, der Feldmess- und Kriegsbaukunst auf«. Zwischen 1717
und 1718 hat Riediger seinen Wohnsitz nach Bern verlegt, wo er bis zu seiner
Berufung nach Stuttgart tätig war.
Aus der Berner Zeit Riedigers stammt das Porträt, das der Genfer
Maler, Kupferstecher und Radierer Robert Gardelle machte. Von den gestochenen
und radierten Bildnissen wird dies »des Kriegsbaumeister J. A. Riediger«
an erster Stelle genannt. Es zeigt einen in den besten Mannesjahren stehenden,
erfolgreichen und selbstbewußten Ingenieur-Hauptmann der Barockzeit.
Die hier nicht abgebildete, aber unter dem Originalbild stehende Bildunterschrift
besagt, daß Riediger zuerst in Kersatz bei Bern wohnte, bevor er
dort mit seiner Familie »naturalisiert« wurde.
Von ihm stammt der "Riediger-Plan" von St. Georgen am See:
