![]() |
|
† 13.06.1948 (?) |
| "Der Stadtrat Bayreuth beschloss in seiner Sitzung vom 22. August
1928 einstimmig, Herrn
Robert Bartsch in Kopenhagen in dankbarer Würdigung der außerordentlichen Förderung des Bayreuther Richard-Wagner-Museums und der der Stadt Bayreuth und dem Werk Richard Wagners bewiesenen, begeisterten und opferfreudigen Anhänglichkeit zum Zeichen seiner besonderen Dankbarkeit das Ehrenbürgerrecht und die Goldene Bürgermünze zu verleihen. Dies wird hiermit beurkundet." Der Stadtrat |
Am selben Tag wie Heinreich Bales erhielt
ein weiterer Förderer der Richard-Wagner-Gedenkstätte in dieser
Eigenschaft den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bayreuth: Robert Bartsch.
Robert Bartsch hatte in seinem Testament vom 25. Juli 1928 »dem Richard
Wagner Saal« seine umfangreiche und wertvolle Wagnersammlung, das »Werk
seines Lebens« und außerdem den dritten Teil seines Vermögens
vermacht. Bei dieser Stiftung handelt es sich neben bedeutsamen Handschriften
um eine Bücherei, deren 6.000 Bände in fünfundzwanzig Sprachen
nahezu die gesamte Wagnerliteratar umfasst. Robert Bartsch schuf damit
einen wesentlichen, beziehungsweise »den« Grundetock fü die Bayreuther
Richard-Wagner-Gedenkstätte. Er errichtete dieses Werk, weil er glaubte,
seiner Begeisterung für Richard Wagner nicht »besser ehrfürchtig-
dankbaren Ausdruck« geben zu können "als durch die opferbereite Hingabe
an die Zeugnisse und die geistige Welt seines Meisters". Dabei gehörte
er gar nicht tu den so reichen Leuten, die sich das ohne weiteres leisten
können.
Aus den kleinen Verhältnissen eines Handwerkers hatte sich der
am 19. Februar 1859 in Danzig geborene Robert Bartsch durch Fleiß
und Tüchtigkeit in Kopenhagen zum Fabrikanten emporgearbeitet. Während
seiner Umsiedlung nach Dänemark wohnte er im April 1881 einer »Ring“-Aufführung
bei. Bei dieser Gelegenheit sah Robert Bartsch Wagner
zum ersten und zum letzten Mal. Dieser erste Eindruck bestimmte das weitere
Leben des kleinen und immer bescheiden auftretenden Mannes; mit Manuskripten
dieser »Ring«-Aufführung bildete er den Grundstock seiner Sammlung.
Aber es vergingen Jahre bis er genügend Geld hatte, um sein Vorhaben
verwirklichen zu können. Nach dem 1. Weltkrieg lernte er Helena
Wallem kennen, die mit dem geretteten Nachlass des Wagnerbiographen
Glasenapp
als Grundstock die Richard-Wagner-Gedenkstätte gegründet hatte.
Bartsch war so begeistert von dieser Idee, dass er seine eigene Sammlung
der Gedenkstätte übereignete. Diese Sammlung war in jahrzehntelanger
Arbeit entstanden und hatte große persönliche und finanzielle
Opfer des am 13. Juni 1948 verstorbenen Robert Bartsch gekostet. Robert
Bartsch sagte selbst einmal: »Die Sammlung vertrieb mich aus der eigenen
Wohnung.«