Rolf Schmidt-Holtz

Rolf Schmidt-Holtz
* 31.08.1948 (Martinsreuth)
BMG Chief Creative Officer

Der Mann fürs Kreative

Rolf Schmidt-Holtz, geboren am 31. August 1948 in Martinsreuth, ist der Sohn eines Schuldirektors. Das Abitur machte er am Humanistischen Gymnasium in Bayreuth. Schmidt-Holtz studierte Rechts- und Staatswissenschaften sowie Psychologie an den Universitäten Erlangen und Kiel, absolvierte das 1. und 2. Juristische Staatsexamen, war wissenschaftlicher Assistent an der juristischen Fakultät der Universität Kiel.

Im Bundespresseamt in Bonn begann seine journalistische Laufbahn. Von 1977 bis 1980 war Schmidt-Holtz beim damaligen Regierungssprecher Klaus Bölling Chef vom Dienst, ging danach zum WDR-Fernsehen, war Redakteur bei "Tagesschau" und "Tagesthemen" und seit 1981 Fernsehkorrespondent der ARD im Studio Bonn. 1985 dann die erste Berührung mit seinem heutigen Arbeitgeber: Rolf Schmidt-Holtz wurde Leiter des Vorstandsbüros Information und Publizistik der Bertelsmann AG in Gütersloh.

Der Westdeutsche Rundfunk bot eine neue reizvolle Aufgabe: Von 1986 bis 1988 prägte Schmidt-Holtz als Chefredakteur Fernsehen den Programmbereich "Politik und Zeitgeschehen". Schon kurz nach Amtsantritt moderierte er seine erste Sondersendung zu Tschernobyl. Es folgten zahlreiche weitere "Brennpunkte", die ihm Attribute wie "furchtloser Chefredakteur der ARD" und "Informationsfanatiker" einbrachten. 1987 gründete er den "Presseclub", die Nachfolgesendung des Höferschen "Frühschoppens", den er abwechselnd mit Dieter Thoma moderierte.

Zum 1. September 1988 übernahm er als Herausgeber der Hamburger Illustrierten Stern und Nachfolger von Peter Scholl-Latour eine neue Aufgabe. In den aufregenden Jahren nach der Maueröffnung arbeitete er vier Jahre lang, von 1990 bis 1994, als erfolgreicher Chefredakteur des G+J-Flaggschiffs. Bereits 1989 war er in den Vorstand von Gruner + Jahr berufen worden.

1994 wechselte der damals 45-Jährige in den Bereichsvorstand der bei Bertelsmann neu installierten Produktlinie "Entertainment", in der damals die Aktivitäten der Bereiche Bertelsmann Music Group (BMG) und Elektronische Medien konzentriert wurden. Rolf Schmidt-Holtz übernahm die Leitung des Bereichs "TV/Film Europa" und war in den Folgejahren unter anderem mit den Verhandlungen zum Betrieb des digitalen Abo-Fernsehens in Deutschland befasst.

Im Frühjahr 1996 wurde die Zusammenlegung der Bertelsmann-Fernsehtochter UFA mit dem luxemburgischen Rundfunkunternehmen CLT beschlossen und im Januar 1997 vollzogen. Gemeinsam mit Rémy Sautter wurde Schmidt-Holtz zum Chief Executive Officer der neuen CLT-UFA ernannt und übernahm die Verantwortung für die deutschsprachigen Gebiete sowie für das Inhalte-Geschäft des größten kommerziellen Fernsehveranstalters Europas, der heute als RTL Group firmiert.

Der wirtschaftliche Erfolg im TV-Geschäft beruht auf der Programmkompetenz, die Rolf Schmidt-Holtz in den Vordergrund seiner Arbeit stellte. Um sich aus der Abhängigkeit der amerikanischen Hollywood-Studios zu lösen, förderte der "Inhaltemann" eigene Produktionen wie Shows, Serien und Fernsehfilme, die heute 90 Prozent der Hauptsendezeit bestreiten. Die Produktionsfirma UFA Berlin wuchs rasch zum Marktführer und hat heute Kontakte zu den kreativsten Regisseuren, Produzenten, Schauspielern und Moderatoren der Branche – Kontakte, die BMG und dem Bertelsmann Corporate Network als Synergiebereiter zwischen den Unternehmensbereichen zugute kommen.

Mit der Entwicklung mobiler Multimedia-Dienste wird die Nachfrage nach Inhalten weiter steigen. Im Bertelsmann-Konzern mit seinen vielen hundert Profit Centern in mehr als 50 Ländern schlummern unzählige kreative Ressourcen. Das "House of Talents and Brands" hat durch das Bertelsmann Corporate Network bereits mehrere hundert Projekte bearbeitet und teilweise erfolgreich umgesetzt. Schmidt-Holtz: "Wir haben die Inhalte. Deshalb können wir Bertelsmann als Content Provider profilieren." Wo immer die Menschen Informationen oder Unterhaltung suchen – Bertelsmann wird da sein. Hierfür hat Rolf Schmidt-Holtz durch seine Arbeit die Grundlage geschaffen.

(Stand: März 2004)

Lebenslauf
Geburt: 31. August 1948
Martinsreuth
Schule Gymnasium Christian Ernestinum Bayreuth
Studium:  Rechts- und Staatswissenschaften, Psychologie
an den Universitäten Erlangen und Kiel
Abschlüsse: 1. und 2. Juristisches Staatsexamen
Berufliche Stationen
1977 Chef vom Dienst bei Regierungssprecher Klaus Bölling
Bundespresseamt, Bonn
1980 Mitarbeiter des WDR, Köln
ab 1980: Redakteur "Tagesschau" und "Tagesthemen"
ab 1981: Fernsehkorrespondent der ARD im Studio Bonn
1985 Leiter Vorstandsbüro Information und Publizistik
Bertelsmann AG, Gütersloh
1986 Chefredakteur Fernsehen, Programmbereich Politik und Zeitgeschehen.
WDR, Köln
1988 Herausgeber des Stern
Gruner + Jahr AG, Hamburg
1989 Herausgeber der Hamburger Morgenpost
Gruner + Jahr AG, Hamburg
1990 Mitglied des Vorstandes
Gruner + Jahr AG, Hamburg
Chefredakteur des Stern,
Gruner + Jahr AG, Hamburg
1994 Mitglied des Vorstandes Bertelsmann Entertainment
Leiter des Bereichs Fernsehen / Film Europa der Bertelsmann AG
1997 Vorsitzender des Vorstandes
CLT-UFA, Luxemburg
2000 Chief Creative Officer / Mitglied des Vorstandes
Bertelsmann AG, Gütersloh
2001 zusätzlich:
Chairman and CEO
BMG, New York

Quelle:  Bertelsmann.de


Immer der Erste, immer der Erfolgreichste... Der Festredner Rolf Schmidt-Holtz

Es sind schon schwindelerregende Lebens- und Karrieresprünge, die er mit der ihm eigenen Souveränität hinter sich gebracht hat: Von Martinsreuth nach New York, von den "Sendelbachnachrichten" des Christian Ernestinums zum WDR und zum "Stern" (jeweils in die Chefetage). Und schließlich zum Global Player in Sachen Musik, als Chef der Bertelsmann Music-Group. Aus dem liebenswürdig-quirligen "Schmidtla" der sechziger Jahre wurde ein Medien-Mächtiger, den die Wochenzeitung "Die Zeit" schon 1988 als "furchtlosesten Chefredakteur der ARD" bezeichnete. Und sie fügte damals bewundernd an: "Immer der Jüngste, immer der Erste, immer der Erfolgreichste! Was treibt den oberfränkischen Lehrersohn so zielstrebig nach oben?"

Wer hat schon einen so auf regenden Festredner zu bieten wie die hundertjährige Baruthia in der Person ihres Bundesbruders Rolf Schmidt-Holtz, Abiturjahrgang 1968. Schon einmal, zum neunzigjährigen Stiftungsfest des Bundes, war er in dieser Funktion als Tandempartner von Bernd Mayer vorgesehen, aber der Zeitpunkt hätte für den damaligen "Stern"-Herausgeber nicht ungünstiger kommen können. Zur gleichen Stunde, in der Baruthias Brüder beim Becherklang und feierlichen Jubelgesang zusammensaßen, musste Rolf wieder einmal eine wichtige Weichenstellung in seinem Berufsleben vornehmen. Zu diesem Zeitpunkt rangierte er in der Rangliste der mächtigsten Deutschen (laut der Illustrierten "Bunte") bereits an Nummer 72 (übrigens weit vor Claudia Schiffer und Wolfgang Wagner). Der Jurist und Journalist, dessen Wiege im Schulhaus von Martinsreuth vor den Toren Bayreuths stand, hatte seine beruflichen Aufstieg nach einem juristischen Prädikatsexamen als Chef vom Dienst im Bundespresseamt unter Regierungssprecher Klaus Bölling begonnen. Beim WDR war er 1980 zunächst Redakteur bei der "Tagesschau" und den "Tagesthemen", doch schon ein Jahr später übernahm er als ARD-Korrespondent das Studio Bonn. Von 1986 bis 1988 war er WDR-Chefredakteur und Gastgeber im sonntäglichen Presseclub der ARD, bevor er als Nachfolger von Peter Scholl-Latour "Stern"-Herausgeber wurde, mit exzellenten Ergebnissen: "Willkommen im Club der Erfolgreichen", schrieb die "Bild"-Zeitung 1991 bewundernd.

Im Juli 1994 wurde Rolf Schmidt-Holtz im Bertelsmann-Vorstand Entertainment Leiter des Bereichs Fernsehen/Film in Europa, 1997 übernahm er den Vorstandsvorsitz bei der CLT/UFA. Die "Süddeutsche" bemerkte über seine Rolle: "Schmidt-Holtz wird über mehr Sender gebieten als je ein Medienmächtiger vor ihm in Deutschland, einschließlich Leo Kirch." Zu seinem Sender-Imperium gehörte auch Marktführer RTL.

Am 1. Januar 2001 wieder ein aufsehenerregender Wechsel: Der Bayreuther ist nun "Chairman & BMG Entertainment", also Musikchef bei Bertelsmann - "eine der denkbar interessantesten unternehmerischen Herausforderungen", wie er anmerkte. Die "Süddeutsche Zeitung" kommentierte am 6. Januar 2001 die neue Herausforderung mit den Sätzen: "Der weltläufige Bayer, der über eine elegante und gewinnende Ausstrahlung verfügt, wird vorläufig für seine Familie nicht mehr viel Zeit haben. Dafür ist er einer der wichtigsten Männer des Konzerns geworden. Einige Außenstehende hat das schon überrascht, Schmidt-Holtz wahrscheinlich weniger."

Trotz weltweiter Präsenz hat der so überaus Erfolgreiche in seiner langen und überaus erfolgreichen Karriere nie seine Wurzeln vergessen - sein vertrautes Städtchen Bayreuth (wo seine temperamentvolle Mutter Ilse Schmidt in einem Seniorenstift lebt), seine alte Schule, seine alten Freunde und auch seine alte Baruthia. So sagte er nach einer kurzen Bedenkzeit auch freudig zu, die Festrede beim 100. Stiftungsfest zu übernehmen. Wer ihn kennt, weiß: Er wird der Aufgabe auf seine unverwechselbare Weise - pointiert und originell - gerecht werden - ein unternehmerischer Mega-Star in ungewohnter Rolle.

Quelle / Autor: Bernd Mayer