Johann Schnegg

* 27.05.1724 (Imsterberg / Tirol)
† 19.11.1784 (Arzl bei Imst)

Schnegg, Johann, Bildhauer und Elfenbeinschnitzer lernte bei den Bildhauern J. Jais ebenda und A. Kölle in Fendels. Kam auf der Wanderschaft nach Bayreuth, wo er 19.08.1749 als fürstlicher Hofbildhauer bezeichnet Marg. Cath., die Tochter des Hofkabinettbildhauers Johann Georg Ziegler, OO; auf fürstliches Dekret fand die (kath.) Trauung außerhalb statt. Damit fielen S. auch die seinem Schwiegervater verakkordierten Arbeiten für die Eremitage zu, vor allem der bedeutende Auftrag der Flussgöttergruppen des oberen Bassins, die er bis 1753 wie auch die großen Raptusgruppen nach Saint-Pierres Entwürfen mit dem Hofbildhauer Gabriel Räntz und einem Stab von Hilfskräften ausführte. Noch 1763 schnitzt er für die Wallfahrtskirche Gössweinstein zu den Querhausaltaren den Kruzifixus, die Immaculata und die feinen frühklassizistisehen Figuren der hl. Michael, Schutzengel, Florian, Wendelin über den Beichtstühlen der vorderen Seitenkapellen. Zuschreibung: Bayreuth, Zierplastik am Liebhardt-Haus 1754 (Friedrichstraße 2).


Der Raub der Sabinerinnen:
Figurengruppe von J. G.
Räntz und J. Schnegg
Statue des Sokrates: Sandstein-
figur von Johannes Schnegg
um 1755


Nach Markgraf Friedrichs Tod geht er nach Potsdam, fertigt dort aus Marmor eine der Brunnengruppen für den Grottensaal des Neuen Palais, mehrere Kindergruppen zur Balustrade vor der Bildergalerle im Park von Sanssouci u. a. bis er 1769 nach "abenteuerlicher Flucht" nach Tirol zurückkehrt. Stattet dort die herrliche Pfarrkirche zu Götzens bei Innsbruck mit seinen klassizistisch beruhigten Skulpturen aus, ebenso die Pfarrkirche St. Jakob am Arlberg und den Hochaltar der Stiftskirche Gries bei Bozen und den figurenarmen Hochaltar zu Ranggen bei Zirl. Einzelfiguren der Pfarrkirche Imsterberg; Weihnachtskrippe der Pfarrkirche Arzl, vielleicht auch die prächtigen Krippen zu Götzens und Birgitz. 1778 folgt S. dem Ruf ins Schwäbische als leitender Bildhauer zur Ausstattung der Abteikirche Wiblingen mit Statuengruppen aus Gips nach Entwürfen des Januarius Zick: Evangelisten über dem Hochaltar, Auszug der Apostel gegenüber der Kanzel, der hl. Anna, die kleine Maria unterweisend, Scholastika und Martin mit dem Bettler; laut Dehio vertritt hier S. den Geschmack des Mengsischen Zeitalters mit achtbarem Talent und guter Schulung, er sei "klassischer" als der mit ähnlichem Streben in denselben Jahren in Salem arbeitende Bildhauer J. G. Dürr. - Elfenbeinschnitzereien: Erzengel Michael mit dem aus Ebenholz geschnitzten Teufel und Kreuztragung im Kunsthistorisehen Museum zu Wien, 4 Statuetten im Museum zu Bruneck (Pustertal), hl. Sebastian in S.s Nachlass erwähnt.

Quelle: 43, 106