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* 01.11.1783 (Wunsiedel)
† 15.05.1860 (Wiesbaden)
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Der Zuckerfabrikant Florentin Theodor Schmidt, einer
der Gründungsväter der Mechanischen Baumwollspinnerei, hatte
in seiner St. Georgener Zuckerfabrik bereits 1849 einen Vorläufer
der heutigen Krankenkasse und Rentenversicherung eingerichtet. Dieser
Bayreuther Unternehmer mit großem sozialen
Verantwortungsgefühl hat auch die Sozialleistungen des
Textilbetriebs mit beeinflusst. Vorsitzender des
Gründungsausschusses war er von 1853 - 1856. Die
Zuckerfabrik in St. Georgen stand ehemals da, wo jetzt die
"Kauper-Ruine" steht.
"Nach Gottes Ratschlusse vollendete am 15. Mai 1860,
abends 9 Uhr zu Wiesbaden seine irdische Laufbahn
der Großherzogliche Oldenburgische General-Consul,
Comthur des Großherzoglich Oldenburgischen Haus- und
Verdienstordens und Ritter erster Klasse des königlich
Bayerischen Ordens vom heiligen Michael, Herr Florentin
Theodor Schmidt."
Mit diesen Worten beginnt die Sterbeurkunde des sich um
Bayreuth so verdient gemachten Mannes.
Florentin Theodor Schmidt wurde am 1. November 1783 in
Wunsiedel geboren, wo sein Vater "Stadtphysikus und
Bürgermeister" war. 1797 verließ er seine Heimatstadt,
um in Nürnberg seine kaufmännische Laufbahn zu beginnen.
Die nächste Station war 1803 Hamburg, das ihm zur zweiten
Vaterstadt wurde. Seine gründlichen Kenntnisse, seine
vielen Erfahrungen, sein unermüdlicher Fleiß und vor allein
sein "biederer und wohlwollender Sinn" erwarben ihm hier
bald in weiteren Kreisen Vertrauen und Wertschätzung.
Er trat dann auch bald als Compagnon in das Handlungshaus des Herrn Senator Merck, wo er volle 51 Jahre aufs
Gewissenhafteste tätig war.
Am 24. April heiratete er Julia Adelaide Pauly und hatte mit ihr zehn
Kinder, von denen aber nur ein Sohn und zwei Töchter ihn
überlebten. Im Jahre 1823 wurde ihm das Großherzogliche
Oldenburgische Konsulat anvertraut; auch dieses Amt versah er mit
Korrektheit und zur Zufriedenstellung der ihm vorgesetzten
Behörden. Zahlreiche Ehrungen sind dafür Zeugnis und vor
allem die Ernennung zum Bevollmächtigten Oldenburgs bei der im
Jahre 1858 in Hamburg zusammengetretenen Seerechtskonferenz. Das
Vertrauen und die Hochachtung, die er bei allen, die ihn kannten,
genoss, waren der Lohn für seine bewährte Treue.
Im Jahre 1859 stellten sich mehrere Altersbeschwerden ein,
die ihn zwangen, seine bis dahin rastlos fortgesetzte Tätigkeit einzuschränken. Im April 1860 begab er sich mit
seiner Frau nach Wiesbaden zur Kur und verschied hier nach
kurzer Krankheit.
Während seines arbeitsreichen Lebens vergaß er jedoch nie
sein eigentliches Heimatland und schickte aus der Ferne
immer wieder Spenden und Stiftungen. So bestand zum Beispiel die "General-Konsul Florentin Theodor Schmidt'sche Stipendien
Stiftung" mit einem Vermögensfundus von 1.973 Mark. Die
Zinsen dieses Stiftungskapitals dienten alle drei Jahre zur
Unterstützung eines Studierenden.
Bei weitem wichtiger ist jedoch die "Florentin Theodor Schmidts' Maria Stiftung", für die der
Generalkonsul noch im Jahre 1856 sorgte und spendete. So
verfügte er folgendes:
"Ich, Florentin Theodor Schmidt in Hamburg, vermache der
Florentin Theodor Schmidts' Maria Stiftung zu Bayreuth noch
ferner zum besten der Kinderrettungsanstalt, Jean-Paul-Verein genannt, das laut stadtgerichtlichem Kauf- und
Schenkungsvertrag vom 30. April 1856 von den Militärischen
Relikten um 2200 Gulden erworbene, 4 Tagwerk und 3 Dezimalen
große Stück, Feldnummer 1663."
Zum Dank für seine Großzügigkeit und Wohltätigkeit, beschließt
die Stadt Bayreuth im Jahre 1854, ihm das Ehrenbürgerrecht
zu verleihen. Davon zeugt das folgende Sitzungsprotokoll
der Stadtgemeindebevollmächtigten am 24. November 1854:
"Vor Beschluss des Stadtmagistrats dem Herrn Generalkonsul
Florentin Theodor Schmidt in Hamburg in dankbarer Anerkennung seiner durch Stiftung der Florentin-Theodor-Schmidts'-
Maria-Stiftung wiederholt bewiesene wohltätige Gesinnung
für die Stadt Bayreuth, das Ehrenbürgerrecht der Stadt zu
verleihen, wurde nach wörtlicher Verlesung der Stiftungsurkunde von den Gemeindebevollmächtigten mit Akklamation
angenommen."
Nachdem der König die Verleihung der Ehrenbürgerwürde für
Florentin Theodor Schmidt gebilligt hatte, überreichte der
Magistrat das Diplom des Ehrenürgerrechts mit folgendem Wortlaut:
"Dem Kaufmann und Großherzoglich Oldenburgischen Generalkonsul
Herrn Florentin Theodor Schmidt in Hamburg überreicht zu Folge
einstimmiger Beschlüsse der Stadtgemeindegremien, welche durch
allerhöchst unmittelbares Reskript aus München vom 11. April 1855 die
allerhöchste Bestätigung Seiner Majestät des Königs
Maximilian II. von Bayern erhalten haben, in dankbarster Anerkennung
den vielen Verdiensten um die hiesigen industriellen Unternehmungen,
Maltätigkeitsanstalten und Erziehungsanstalten das Diplom des
Ehrenbürgerrechts der königlich bayerischen Kreishauptstadt.
Der Magistratsrat."