Katharina Wagner

Katharina Wagner
Katharina Wagner

vlnr: Katharina Wagner,
Wolfgang Wagner, Gudrun Wagner
* 21.05.1978 (Bayreuth)
Katharina Wagner, 2005 gerade kurz vor dem Abschluss ihres Studiums der Theaterwissenschaft an der "Freien Universität Berlin", wurde 1978 in Bayreuth geboren. Nach dem Abitur hat sie organisatorische Aufgaben am "Grünen Hügel" übernommen und Regieassistenzen beim Vater bei den "Bayreuther Festspielen", bei Harry Kupfer an der "Berliner Staatsoper Unter den Linden" und im "New National Theatre Tokio" absolviert.

Als zukünftige Festspielchefin in Bayreuth gehandelt, war sie bei ihrem Regiedebüt mit " Der fliegende Holländer" in Würzburg naturgemäß einem unheimlichem Druck ausgesetzt, denn vom Erfolg dieses Debüts der 24-Jährigen hängt vielleicht die Zukunft der Bayreuther Festspiele ab. Nicht nur Wolfgang Wagner sieht in ihr schließlich die hoffnungsvollste Kandidatin für den Chefposten in Bayreuth. Immerhin ist sie - als Tochter vom Bayreuther Festspielchef Wolfgang Wagner und seiner zweiten Frau Gudrun - die Urenkelin Richard Wagners.

Da sie nun mit ihrer Interpretation des fliegenden Holländers am 22. September 2002 in Würzburg einen so überwältigenden Erfolg als Regisseurin verbuchen konnte, darf man auf die weitere Entwicklung sehr gespannt sein.

Quelle: http://www.omm.de/artists/wagner-katharina.html

"Niemand hat mich da reingeprügelt"

19.08.2005 16:30

KURIER-Interview mit Katharina Wagner über die „Meistersinger”-Neuinszenierung 2007 und die Nachfolgefrage BAYREUTH. Von Gert-Dieter Meier

Sie ist schlagfertig und gradheraus, 27 Jahre jung und doch schon Hoffnungsträgerin: Katharina Wagner, die Kronprinzessin am Grünen Hügel, wird von vielen als aussichtsreiche Nachfolgerin ihres Vaters in der Leitung der Bayreuther Festspiele gehandelt. Sie selbst spielt dieses Thema gerne herunter. Weil sich, zur Jetztzeit, die Nachfolgefrage einfach noch nicht stelle. Der KURIER sprach mit Katharina Wagner über ihre Arbeit in Bayreuth, ihre Zukunftspläne ­ und über die Nachfolgefrage.

KURIER: Es läuft alles ziemlich reibungslos dieses Jahr in Bayreuth, Frau Wagner. Überrascht?

Wagner: Enttäuschend für die Presse, nicht! (lacht). Nein, ich bin eigentlich nicht überrascht. Marthaler ist ein professioneller Theatermann - ­was soll da schief laufen? Gut, das Wetter ist heuer nicht so. Da kann es immer mal vorkommen, dass jemand krank wird. Aber von Seiten der Medien ist es ruhig, stimmt.

KURIER: Im Unterschied zum vergangenen Jahr. Da standen Sie mittendrin. Hier Wagner und Wottrich, da Schlingensief. Keine angenehme Lage, zugegebenermaßen. Haben Sie gleichwohl irgendwelche Lehren, irgendetwas Positives aus diesen Querelen rausziehen können?
Wagner: Ich bin von meiner Anlage her ein Typ, der sehr gut unterscheiden kann zwischen Arbeit und Privatem. Und ich kann abschalten. Wenn man sich mal auf der Arbeit zofft - und das kommt nun mal auch am Theater vor -, dann heißt das ja nicht, dass man privat nicht mehr miteinander spricht. Ich kann das gut trennen - wenn's andere nicht können, dann ist das deren Problem. Wo gearbeitet wird, fallen Späne.

KURIER: Nun haben Sie ja die Seiten gewechselt. Letztes Jahr Regieassistentin im „Parsifal”, heuer beim „Lohengrin”....
Wagner: wieder beim Lohengrin, um es genau zu sagen. Ich habe ja die Regieassistenz beim „Parsifal” nur übernommen, weil der „Lohengrin” im vergangenen Jahr nicht auf dem Spielplan stand. Und bei einer Neuinszenierung braucht es immer eine helfende Hand. Allerdings war mir immer klar, dass ich wieder zum „Lohengrin” zurückkehre.

KURIER: Wie groß waren denn die Unterschiede bei der Arbeit?
Wagner: Das kann man nicht ganz vergleichen. Das eine war eine Neuproduktion, das andere eine Wiederaufnahme. Eine Neuproduktion macht natürlich ungleich mehr Stress als ein Stück, das schon auf dem Spielplan stand. Trotzdem waren die Unterschiede natürlich groß.

KURIER: Weiten wir den Blick, kommen wir zu den „Meistersingern” im Jahr 2007. Ihr Vater meinte unlängst, dass diese Wagner-Oper die am schwersten zu inszenierende sei. Er hat das sicherlich vor allem bezogen auf die Inszenierung der großen Chorszenen. Haben Sie großen Respekt vor diesem Werk?
Wagner: Natürlich kann man da nicht rangehen und sagen: Lieber Chor, biete mir mal 'was an. Es braucht ein Konzept. Und gute Vorbereitung. Aber das weiß man ja. Und dem trage ich Rechnung.

KURIER: Wie viel von den „Meistersingern” haben Sie denn schon im Kopf? Wie sehr beschäftigt Sie diese Inszenierung schon heute?
Wagner: Doch ziemlich! Schließlich müssen wir im Februar 2006 schon die Bauprobenpläne abgeben. Und danach kann man ja nicht plötzlich sagen: Wir werfen alles über den Haufen. Außerdem erzähle ich, gemeinsam mit dem Bühnenbildner, grundsätzlich viel übers Bühnenbild allein was das, wie man heute neudeutsch sagt, Setting angeht. Das hat große Auswirkungen auf das Gesamtkonzept. Weshalb wir mitten in einer ziemlich heißen Diskussionsphase sind und uns bezüglich des Bühnenbildes schon weitgehend festgelegt haben.

KURIER: Können Sie uns schon etwas über Ihre Herangehensweise an dieses Werk erzählen?
Wagner: Das wäre dann doch etwas verfrüht.

KURIER: Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst. So steht's in den „Meistersingern”. Der Satz könnte aber auch die Erwartungshaltung vieler Wagnerianer an die Regisseure von heute beschreiben. Haben Sie die Sorge, dass man von ihnen ­ DER Wagner ­ einen anderen, konservativeren Ansatz erwartet als von vielen anderen Regisseuren?
Wagner: Wahrscheinlich erwartet man von mir immer etwas völlig anderes wie von allen anderen. Von diesen Erwartungshaltungen aber muss ich mich frei machen. Ich muss eine Konzeption finden, die in erster Linie mir und meinem Team logisch und stringent erscheint, eine Geschichte erzählt. Wenn das uns nichts erzählt, wird es auch andere nicht interessieren. Ich weiß jetzt schon, dass es zweitausend Leuten nicht gefallen wird. Aber es wird wohl kein Regisseur das Kunststück fertig bringen, es allen recht zu machen. Dazu sind die Geschmäcker zu unterschiedlich. Ich hoffe nur auf eine einigermaßen faire Beurteilung. Und darauf, dass man womöglich sagen wird: Es ist vielleicht nicht meine Ästhetik, aber es gibt mir Denkanstöße. Genauso geht es mir im übrigen auch oft. Dass ich Inszenierungen sehe, die ich so nie gemacht hätte. Die mich aber gleichwohl zum Nachdenken bringen. Genau deshalb lege ich mich mit meinem Team so ins Zeug. Damit die Leute nicht nachher rausgehen und sagen: Naja, ganz nett. Das wäre das Schlimmste, was einem passieren kann. Nein, sie sollen eine Aussage mit nach Hause nehmen.


vlnr: Katharina Wagner, Wolfgang Wagner, Gudrun Wagner

KURIER: Man wird wohl nicht falsch liegen mit der Annahme, dass es eine gewisse Verbindungslinie geben wird zu Ihrem Würzburger „Holländer” und Ihrem Budapester „Lohengrin”?
Wagner: In gewisser Weise sicherlich, man wird sich ja nicht vollends verbiegen. Ich kann einfach nicht, um, mal ein Beispiel zu geben, inszenieren wie Herr Marthaler. Selbst wenn ich es wollen würde. Ich habe meine eigenen Weg, meine eigene Bildersprache. Die ich natürlich weiterentwickeln will, aber bei der ich irgendwo doch immer bleibe. Das unterscheidet mich aber nicht von anderen Regisseuren.

KURIER: Angesichts dieser riesigen Erwartungshaltung: Würden Sie es sich da nicht manchmal wünschen, Meier oder Müller zu heißen? Und freier arbeiten zu können?
Wagner: Natürlich würde man es sich manchmal wünschen. Nur bin ich realistisch genug um zu erkennen, dass es nun mal ist, wie es ist. Hilft nix… Aber im Ernst: ich mache das ja gerne. Niemand hat mich da reingeprügelt - nicht meine Eltern und nicht die Öffentlichkeit. Ich mache diese Arbeit nun mal gerne. Wenn es nicht so wäre, würde ich es lassen. Man muss die ganzen Begleitumstände einfach ausblenden und arbeiten. Anstatt darüber nachzudenken, dass man Fehler machen könnte oder es irgendjemand nicht gefällt.

KURIER: Sie werden ja auch die erste Frau überhaupt sein, die in Bayreuth inszeniert…
Wagner: …in Neu-Bayreuth, ja. Cosima hat ja seinerzeit auch schon inszeniert…

KURIER: …wenn man das so nennen mag, gut. Aber Sie sind zumindest die erste Frau, die in Neu-Bayreuth inszeniert. Noch eine Belastung mehr?
Wagner: Mag sein, nur nochmal: ich könnte wohl nicht anfangen zu arbeiten, wenn ich zuerst darüber nachdenken würde, was es für Folgen haben könnte, wenn ich arbeite. Das wäre, auch wenn der Vergleich hinkt, fast so, als wenn ein Arzt bei einer Notoperation darüber nachdenken würde, dass sein Patient ja sterben könnte. Zu viel nachzudenken über Zwänge und Rahmenbedingungen ­ das würde einen wohl auch in künstlerischer Hinsicht einschränken. Und das ist ja nicht Sinn der Sache.

KURIER: Von den „Meistersingern” zur Nachfolgediskussion ist es ja nicht mehr ganz so weit. Frage eins: Nervt Sie diese Diskussion eigentlich? Frage zwei: Wollen Sie's werden?
Wagner: Ich bin kein Typ, der gerne orakelt. Das Thema steht momentan einfach nicht an. Deshalb denke ich jetzt auch nicht darüber nach. Ich schließe grundsätzlich nie etwas aus. Aber diese Frage ist situationsabhängig. Und Situationen ändern sich nicht selten täglich. Es wird davon abhängen, wie die Gesamtkonstellation dann ist, wenn sich die Frage wirklich stellt. Mir sind da zu viele Hypothesen im Spiel. Und ich halte nicht viel von Hypothesen. Ich denke dann darüber nach, wenn man mir Fakten auf den Tisch legt.

KURIER: Es gibt wohl kein Interview, in der Ihnen diese Frage nicht gestellt wird…
Wagner: …stimmt. Und ich kann die Frage auch gut verstehen. Aber man sollte auch verstehen, dass ich sie derzeit nicht beantworten kann. Das wäre ja so, als wenn man mich fragen würde: Wenn Sie jetzt ein Kind hätten, wie würden Sie es nennen? Ich habe aber kein Kind. Und deshalb auch noch nicht über die Namensfrage nachgedacht. Gleichwohl habe ich natürlich bestimmte Vorstellungen. Und kenne auch das Haus mittlerweile sehr gut. Aber die Frage nach der Nachfolge spielt bei mir derzeit tatsächlich keine große Rolle.

KURIER: Trotzdem nochmal weiter orakelt: Wenn es denn mal soweit wäre: Sie sähen sich doch sicherlich in der künstlerischen Verantwortung eher als in der Rolle der „Finanzministerin”?
Wagner: Natürlich interessiert mich primär der künstlerische Bereich. Das Künstlerische ist aber von den Finanzen nicht zu trennen, das geht ja doch Hand in Hand. Es kann sich auch kein Intendant der Welt leisten, allein aufs Künstlerische zu schauen. Kunst geht nunmal nicht ohne Geld. Weshalb man auch nicht alle kühnen Träume eines Bühnenbildners umsetzen kann, ohne dabei auch den Blick aufs Geld zu haben. Allerdings wird man sich schwer tun, noch einmal ein Allroundgenie wie meinen Vater zu finden, der beide Bereiche gleichermaßen gut abgedeckt hat.

KURIER: Es laufen derzeit fünf höchst unterschiedliche Inszenierungen bei den Bayreuther Festspielen. Nun ist mir bewusst, dass Sie Ihren eigenen Stil haben und sicherlich niemanden kopieren würden. Welche Inszenierung spricht Sie denn besonders an?
Wagner: Ich finde Marthalers „Tristan” hervorragend. Es ist eine wahnsinnig intelligente Inszenierung. Und auch wenn viele sagen viele: Das ist mir zu karg, so lässt sie doch viele Assoziationsräume offen. Das finde ich gerade das Interessante daran. Marthaler und Viebrock haben dabei zu einer ganz eigenen Bildersprache gefunden. Wobei ich grundsätzlich finde, dass man aus jeder der Bayreuther Inszenierungen für sich etwas herausziehen kann. Denken Sie nur an diese großartige Bühnenbild im „Lohengrin” ­\ und wie Keith Warner darin die Personen führt ­ da kann man wahnsinnig viel daraus lernen. Natürlich wird jedem eine andere Produktion besonders gut oder eben auch nicht gefallen ­ aber in jeder steckt 'was drin. Wobei ich da fast schon zu nah dran bin. Ich kenne jede Inszenierung gut, weil ich auch die ganzen Proben mitgemacht habe. Man nimmt das sicherlich auch anders wahr als die Menschen im Publikum.

KURIER: Können Sie sich, als Regisseurin, denn mit ihren Ideen ganz ausblenden, wenn Sie an einer Produktion eines anderen Regisseurs mitwirken?
Wagner: Hier geht das, klar. Weil das ein anderer Job ist. Als Regieassistent bin ich dafür da, den Ideen des Regisseurs Rechnung zu tragen. Wenn ich mir ein Stück andernorts anschaue, fällt mir auf, dass ich das Stück mit anderen Augen sehe als das Publikum. Ich schaue dann sehr genau darauf, wie sich die Sänger bewegen, wie das Bühnenbild wirkt, wo etwas verbessert werden könnte. Ich schaue also schon von einer bestimmten Seite auf die Sache.

KURIER: Erinnern Sie sich eigentlich daran, wann Sie Ihre erste ganze Wagner-Oper gesehen haben?
Wagner: Das ist schwer zu beantworten. Weil mich mein Vater immer aktweise ins Festspielhaus gebracht hat. Da durfte ich mal eine schöne Festwiese sehen, was ja ein Kind gerne anschaut, mal einen anderen Akt miterleben. Aber ich meine, dass es Harry Kupfers „Holländer” war, den ich zuerst ganz gesehen habe.

KURIER: Jetzt stellt man sich vor, dass Sie zumindest den ganzen Sommer über Wagner total erleben. Können Sie diese Musik eigentlich überhaupt noch hören? Und: was hören Sie privat?
Wagner: Natürlich höre ich nicht nur Wagner, um Gottes Willen! Sondern drehe, wie jeder andere auch, das Radio an. Was in den Charts läuft, auf Viva oder MTV, das höre ich mir durchaus gerne an.

KURIER: Nun steht für Sie, als nächstes Projekt, Puccinis „Trittico” in Berlin an. Ist das der bewusste Ausgleich zum schweren Wagner, ein spannender Abstecher in einer andere Welt?
Wagner: Spannend? Ja! Kirsten Harms (die Intendantin der Deutschen Oper Berlin, Anm.d. Red.) hat uns das angeboten. Bei „Trittico” glaubt ja jeder, der es liest, dass diese drei Stücke unweigerlich zusammengehören. Was sie nicht wirklich tun. Aber wir haben im Lauf der Erarbeitung doch gemerkt, dass es doch lose Zusammenhänge gibt. Das war wie bei einem Puzzle ­ da passte immer mehr zusammen. Da gibt es Handlungsstränge, die sich plötzlich kreuzen. Manches wird man wahrnehmen, anderes vielleicht nicht. Für uns ist am Ende doch ein richtiger Dreierpack daraus geworden. Uns hat diese Arbeit sehr viel gegeben - und wir haben, gerade beim ersten Stück, ”Il Tabarro”, auch viele Erlebnisse mit der Musik gehabt. Da kamen uns gleich passende Bilder in den Kopf. Bei „Gianni Schicchi”, was ja gerne als „Die Komödie schlechthin” bezeichnet wird, haben wir uns lange gefragt, wo eigentlich das wirklich Komische steckt ­ dort, wo man Komik erwartet, oder ist sie vielleicht in anderen Punkten noch viel komischer. Das waren spannende Prozesse im Team…

KURIER: …das wieder besteht aus dem Bühnenbildner Alexander Dodge und dem Dramaturgen Robert Sollich?
Wagner: Genau, aus den Leuten also, mit denen ich 2007 die „Meistersinger” mache. Das Gute an dieser Zusammenarbeit ist für mich, dass wir alle drei nicht so veranlagt sind, dass wir uns anschleimen müssten. Wir haben ein sehr offenes Arbeitsverhältnis. Manche sind auch sehr erstaunt, wie offen wir uns die Meinung sagen. Aber das ist auch das Schöne an unserer Zusammenarbeit: Man sagt sich offen die Meinung ­ und keiner ist danach beleidigt. Sich gegenseitig zu beweihräuchern, das bringt doch nichts.

KURIER: Nun sind und werden Sie immer mehr zur öffentlichen Person. Erzählen Sie doch mal 'was zum Privatleben der Katharina Wagner. Häkeln Sie Socken? Spielen Sie Golf? Gehen Sie zu Autorennen? Wagner (lacht): Socken häkelt sie nicht, die Katharina Wagner. Die geht zum Sport, die schaut auch Fernsehen und liest Krimis. Oder setzt sich abends mit Freunden in die Kneipe. Dinge, die jeder andere wohl auch tut. Wenn ich müde nach Hause komme, schaue ich mir auch mal eine Soap Opera im Fernsehen an.

KURIER: Sie fahren aber doch sicherlich auch ziemlich viel herum, um sich Oper und Theater anzuschauen. Ein Privileg?
Wagner: Natürlich ist es wichtig, sich andere Arbeiten anzuschauen. Um die eigene Neugierde zu befriedigen, um sich Anregungen für die eigene Arbeit zu holen, um sich Sänger anzuhören. Ein Privileg? Darüber kann man streiten. Man ist doch ziemlich viel unterwegs, muss immer wieder Koffer packen ­ und ist vergleichsweise selten zuhause.

KURIER: Werden Sie denn jetzt, mit Blick auf die „Meistersinger”, schon mit Angeboten überschüttet?
Wagner: Ja, es gibt Angebote. Und es klingt immer so blöd, wenn ich sage: ich will mich nicht überarbeiten. So ist das nicht gemeint. Aber ich will mich eben entsprechend auf die Angebote, die ich angenommen habe, vorbereiten. Deswegen musste ich schon relativ viel ablehnen, weil ich einfach nicht vier Produktionen pro Jahr in der Qualität machen kann, wie ich sie von mir verlange. Ich will ja nun auch nicht so ein Massending durchziehen, sondern mich ganz der Sache widmen.

KURIER: Der Sommer in Bayreuth aber bleibt gesetzt?
Wagner: Der ist gesetzt, klar.


Quelle: http://www.festspiele.de/news/3060230.php