Winifried Wagner

* 23.06.1897 (Hastings / England)
† 05.03.1980 (Überlingen)

(auch Winifried Wagner). Ehegattin von Siegfried Wagner und Schwiegertochter des Dichterkomponisten Richard und Cosima Wagner. Kinder waren u. a. Wieland Wagner und Wolfgang Wagner. Winifred Wagner ist eine geborene Williams. Da ihre Eltern aber früh verstarben, kam sie in die Pflege ihrer Adoptiveltern Klindworth, einem mit den Williams befreundeten Ehepaar. Durch diese kam sie mit Wagner in Berührung und wurde von ihrem Vater auch zu den Festspielen mitgenommen, wo sie Siegfried Wagner kennenlernte.


Quelle: 6,17,28


Am 13. Februar 1933 jährte sich der Todestag Richard Wagners zum 50. Male. Der Tag wurde in Bayreuth sehr feierlich begangen. Fünf Personen, die in engeren Sinn mit der Familie Wagner oder den Festspielen zu tun hatten, wurden von der Stadt Bayreuth mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet. Zu ihnen gehörte Winifried Wagner, die Schwiegertochter Richards, die er nie kennengelernt hatte.

"Am heutigen Tage jährt sich zum fünfzigsten Male der Todestag Richard Wagners. Die Stadt Bayreuth gedenkt in tiefster Ehrerbietung und Dankbarkeit des großen Meisters und all derer, die ihr eigenes Schaffen in den Dienst des Bayreuther Werkes gestellt und zu dessen Ruhm beigetragen haben. Sie bittet daher Frau Winifried Wagner, die seit dem Tode ihres Gatten in schwerer Zeit die Bühnenfestspiele mit Mut und Tapferkeit leitet, das Ehrenbürgerrecht entgegenzunehmen.

Bayreuth, den 13.2.1933 Der Stadtrat  Preu"

Frau Winifried Wagner hatte nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter Cosima, im Jahre 1930, im Alter von 32 Jahren "die Herrschaft über den grünen Hügel" übernommen. Vierzehn Jahre lang leitete sie die Festspiele, bis ihr 1945 auf Befehl der Amerikaner die Weiterführung der Festspiele untersagt wurde.

Winifried Wagner wurde am 23. Juni 1896 in Hastings geboren. Ihr Vater, John Williams, war Schriftsteller und Journalist; ihre Mutter, Emily Florence, geborene  Karop, war Schauspielerin. Winifrieds Eltern starben jedoch sehr früh, und sie selbst kam mit sechs Jahren in das Waisenhaus "St. Margarets Orphanage" in East Grimstead. Mit zehn Jahren
reiste sie nach Deutschland zu ihrem Onkel, dem Pianisten Karl Klindworth (seine Frau war eine geborene Karop), der das Mädchen adoptierte. Er bildete Winifried im Klavierspielen aus. Ab 1908 besuchte Winifried Wagner die Höhere Mädchenschule in Berlin Friedenau.

Da Klindworth in persönlicher Freundschaft mit dem Hause Wagner verbunden war, kam auch die junge Winifried nach Bayreuth und Wahnfried. Sie lernte Siegfried Wagner kennen und 1915 heiratete die 18-jährige den um achtundzwanzig Jahre älteren Sohn Richard Wagners. Aus dieser Ehe stammen vier Kinder: Wieland, Wolfgang, Friedlinde und Verena.


Siegfried Wagner mit Familie

Winifred und Siegfried Wagner

Winifried Wagner, die in Cosima ein lebensbestimmendes Vorbild gefunden hatte, durfte nach dem Krieg nicht mehr die Leitung der Festspiele übernehmen. Als 1951 die ersten Nachkriegsfestspiele stattfanden, waren es ihre beiden Söhne Wieland und Wolfgang, die von nun das Erbe ihres Großvaters weiterführten.

Quelle: 31