Wolfgang Wagner


* 30.08.1919 (Bayreuth) -
† 21.03.2010 (Bayreuth)

Das Jahr 1876 war für die Geschichte Bayreuths sehr maßgebend. Zum ersten Mal fanden in diesem. Jahr Festspiele mit der Musik Richard Wagners in dem kleinen Provinzstädtchen statt. Dass daraus eine Stadt mit Weltruf geworden ist, dankte die Stadt Bayreuth dem Werk Richard Wagners mit einer großen 100-Jahrfeier im Jahre 1976. Viele Persönlichkeiten reisten zur "Wallfahrtsstätte auf dem Grünen Hügel", Bundespräsident Walter Scheel hielt die Eröffnungsrede, ein neuer Regisseur, Patrice Chereau, regte mit seiner revolutionären und ungewohnten Regie viele Diskussionen an, und schließlich wurde auch der Wohnsitz der Familie Wagner, die Villa Wahnfried, von Kriegsschäden befreit und als Museum und Nationalarchiv der Öffentlichkeit übergeben.
In diesen denkwürdigen Tagen ehrte die Stadt Bayreuth den Enkel Richard Wagners, Wolfgang Wagner, mit dem ihrem Ehrenbürgerrecht:

      "Der Stadtrat Bayreuth verleiht Herrn Wolfgang Wagner in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Fortführung der Bayreuther Festspiele nach dem Krieg, um die Erhaltung und den Ausbau des Festspielhauses, um den Wiederaufbau von Haus Wahnfried und um die Errichtung einer öffentlichen Stiftung, die den künstlerischen Nachlass seines Großvaters Richard Wagner in der Stadt Bayreuth auf alle Zeiten sichert, das Ehrenbürgerrecht der Stadt.   Bayreuth, den 22. Juli 1976" 


Wolfgang Wagner wurde am 30. August 1919 in Bayreuth als drittes Kind von Winifried und Siegfried Wagner geboren. Mit den Problemen der Festspiele von Kind auf unmittelbar konfrontiert, war es naheliegend, dass sich Wolfgang Wagner frühzeitig entschloss, Opernregisseur zu werden. Diese Epoche fand 1944 mit einer ersten eigenen Inszenierung ihren Abschluss. Als 29-jähriger übernahm es Wolfgang Wagner 1948 zusammen mit seinem Bruder Wieland, in einer schweren Zeit das "Jahrhundertwerk" der Bayreuther Festspiele neu aufzubauen und wieder zu beleben. Der Stadtrat "begrüßte" die Wagner-Enkel damals "als eine neue, nie nüchterne Generation, die sich nicht einem Kult, sondern allein dem Werk Richard Wagners verpflichtet fühlte". Unterstützung fanden Wolfgang und Wieland Wagner damals bei Hans Rollwagen, Dr. Fritz Meyer, Dr. Konrad Pöhner und anderen. Die vielen Verdienste, die sich Wolfgang Wagner an der Seite seines Bruders um die Wiederaufnahme der Bayreuther Festspiele nach dem 2. Weltkrieg erworben hat, um die Erhaltung und Renovierung des Festspielhauses, um die finanzielle Sicherung der Spiele, waren verbunden mit ungezählten Sorgen um zähen Verhandlungen.

Wolfgang Wagner links im Bild. Auf den
Trümmern der Villa Wahnfried
Im Jahre 1953 inszenierte Wolfgang Wagner zum ersten Mal eine Oper seines Großvaters, den "Lohengrin", aber auf eine ganz andere Weise, wie es sein Bruder Wieland tat. Mit seiner "Meistersinger"-Inszenierung von 1968 hatte er sich gleichsam "freigeschwommen" aus "dem Schatten seines Bruders . Zwischen diesen beiden Inszenierungen liegen noch viele andere: 1955 der "Holländer", 1957 "Tristan und Isolde", 1960 der "Ring" und der zweite "Lohengrin" im Jahre 1967. Aber auch auf anderen Bühnen war er als Regisseur gefragt. 1955 gab Wagner ein "Regiegastspiel" in Braunschweig mit der Oper "Don Giovanni". Ferner inszenierte er in Rom "Die Meistersinger", in Venedig "Tristan und Isolde" und den "Ring" und in Palermo "Die Walküre".

Im Jahre 1966, nach dem Tod seines Bruders Wieland, übernahm Wolfgang Wagner allein die Leitung der Festspiele.

Quelle: 4,31 und von der Webseite der Bayreuther Festspiele

Berichte und Anzeigen im Nordbayerischen Kurier zum Tode Wolfgang Wagners am 21.03.2010

2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_21.pdf
2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_22.pdf
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2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_24.pdf
2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_25.pdf
2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_26.pdf
2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_27.pdf
2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_28.pdf
2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_29.pdf
2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_30.pdf
2010_3_23_Nordbayerischer_Kurier_31.pdf